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Herzlich Willkommen

im Ortsverband Pankow Zentral

Der OV Pankow - Zentral umfasst Teile des Ortsteils Pankow in den folgenden Grenzen:
Nördliche Grenze ist die Ortsteilgrenze vom Ortsteil Pankow (Panke). Südliche Grenze ist die S-Bahn
Trasse. Die östliche Grenze ist die S-Bahn Trasse samt dem Güterbahnhof Pankow und
der KGA Feuchter Winkel Ost. Die westliche Grenze ist die Bezirksgrenze zu Reinickendorf. (PLZ Gebiet
13187)

Aktivtreffen

Jeden 3. Mittwoch im Monat findet ab 19 Uhr unser Aktivtreffen in der Geschäftsstelle in der Wisbyer Str. statt. Dort diskutieren wir aktuelle politische Themen und organisieren unsere Aktionen. Alle Mitglieder sind hierzu herzlich eingeladen.

Ortsvorstand

Der Ortsverband wird vom Ortsvorstand vertreten. Dieser wurde bei der Mitgliederversammlung im Dezember 2025 für zwei Jahre gewählt. 

Kontakt:pkw-zentral@die-linke-pankow.de

"Viele Hände, schnelles Ende"

Andy

Das war das Fazit unseres Direktkandidaten Christian Zebisch nach dem gemeinsamen Clean-Up mit den Ehrenamtlichen aus dem Stadttaubenschutz am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf.

Vor Ort ist die starke Vermüllung verschiedenster Art sowie teilweise mit Fäkalien verschmutze Ecke schon lange ein großes Ärgernis für Anwohnende, Reisende und natürlich auch die Tierschützer*innen, so dass es sich anbot, Ehrenamt, Tierschutz, Wohlbefinden aller Beteiligten und Umweltschutz zu verbinden und mit einer Putzaktion schnell für eine sicht- und spürbare Verbesserung zu sorgen. 

Müllchaos beenden ist eines unserer zentralen Themen für Berlin, wozu wir auch an den Kieztagen der BSR informieren. Dazu fordern wir eine kostenlose Sperrmüllabholung für alle Berliner*innen und mehr Reinigungen stark von Vermüllung betroffener Orte, wie es auch hier der Fall ist.

In unserem Wahlprogramm für das Abgeordnetenhaus haben wir unter Punkt 12 "Klima - Umwelt - Tierschutz" eine Lösung insbesondere für das Problem der Verschmutzung durch Fäkalien, die auch auf sozialer Ebene helfen würde: 

"Kostenlose öffentliche Toiletten für Berlin – Nutzungsgebühren aufheben und Standorte ausbauen!

Die Toilettenversorgung ist Teil der öffentlichen Infrastruktur und entscheidet darüber, wer sich wie im öffentlichen Raum bewegen und damit am öffentlichen Leben teilhaben kann. Während Pissoirs bereits grundsätzlich kostenfrei zur Nutzung bereitstehen, wird bei vielen öffentlichen Toilettenkabinen eine Nutzungsgebühr erhoben. Wir wollen die Ungleichbehandlung von Menschen an den öffentlichen City-Toiletten beenden. Dafür wollen wir öffentliche Toiletten für alle in Berlin rund um die Uhr kostenfrei zugänglich machen. Die regelmäßige Instandhaltung und Reinigung muss finanziell und personell sichergestellt und der barrierefreie sowie ökologische Ausbau der Toilettenstandorte vorangetrieben werden.

Die Platzierung von neuen Toilettenanlagen soll in einem breiten Beteiligungsprozess, insbesondere unter Einbeziehung von Vertretungen von Menschen mit Behinderungen und Senioren, erfolgen sowie in besonderer Weise die Nähe zu Haltestellen des ÖPNV zur Gewährleistung von Mobilitätsketten, die Nähe zum Berliner Stadtgrün sowie zu Spielplätzen berücksichtigen. Die Bedarfe der Bezirke sollen regelmäßig erfasst und eine Meldestelle für die Bedarfe der Bürger*innen eingerichtet werden. Für die neu zu entstehenden Toilettenanlagen sind insbesondere ökologische und wasserschonende Alternativen zu berücksichtigen. Soweit möglich, sollen Toilettenanlagen Trinkwasserspender an der Außenseite erhalten und Dächer der Toilettenanlagen begrünt oder mit Solarpanels ausgestattet werden."

Auch der Stadttaubenschutz hat viel mehr mit Sauberkeit zu tun als oft angenommen. Nicht nur, weil Stadttauben reinliche Tiere sind, die viel Zeit mit Gefiederpflege verbringen und auch einen Regenguss gerne zum Baden und Duschen nutzen, sondern auch, weil betreute Taubenschläge zur Sauberkeit beitragen.

Aktuell gibt es in Pankow-Heinersdorf noch keinen betreuen Taubenschlag, weshalb die Versorgung mit artgerechtem Körnerfutter und Wasser draußen stattfindet und ein Eiertausch, wie er in betreuten Taubenschlägen zur Populationskontrolle durchgeführt wird, nur punktuell dort erfolgt, wo die Nester auch unter den Aspekten der Eigensicherung für die Ehrenamtlichen zugänglich sind. 

Zur Sauberkeit trägt ein Taubenschlag nicht nur durch den Tausch der echten Eier gegen Plastikeier bei, wodurch weniger Tauben schlüpfen, sondern auch durch deutlich weniger Kot. Das liegt bei einem gut umgesetzten betreuten Taubenschlag nach dem Augsburger Modell auch daran, dass die Tauben bis zu 80 % ihrer Zeit im Taubenschlag verbringen und der Kot dann auch dort abgesetzt wird. So kann auch problemlos gereinigt werden und Mensch und Tier ist geholfen.

Ein Taubenmanagement ist ebenfalls Teil unseres Wahlprogramms für das Abgeordnetenhaus unter dem Punkt 12 "Klima - Umwelt - Tierschutz":

“Wir wollen ein Taubenmanagement einführen, mit dem das Tierwohl mit Aspekten der Stadtsauberkeit verknüpft wird. In betreuten Taubenschlägen in Zuständigkeit der Bezirke soll gesundes Futter und Wasser bereitstehen, die Schläge gereinigt und durch Austausch der Eier die Population reguliert werden. Fütterungsverbote lehnen wir ab.”
 

Wer mehr über Stadttauben erfahren möchte, findet beim Stadttaubenprojekt Berlin und bei den Projekt: Hauptstadttauben – Hauptstadttiere e.V. weitere Informationen.

Nach der Vorstellung des Teams und Chris sowie der Versorgung der Tauben mit Futter und frischem, sauberem Wasser schritten wir schnell zur Tat, legten die von der BSR über die Kehrenbürger Jetzt Kehrenbürger werden: Für dein sauberes Kiez | BSR gestellten Westen und Handschuhe sowie die persönlich als angenehm bei der Arbeit empfundene Ausstattung an und legten los. Mal einzeln, mal zu zweit nahmen wir uns in verschiedenen Bereichen an diesem Ort an.

Während im Gebüsch und an anderen Stellen mehr kleinteiliger Müll mit den Zangen den Weg in die Müllsäcke fand, begann die Arbeit weiter hinten am Zaun mit dem Einsammeln von Schuhen und verschiedenen Textilien, welche über die Fläche und teilweise auch an Stellen, die offensichtlich als Toilette zweckentfremdet waren verstreut lagen. So waren allerdings auch schnell die ersten Erfolge zu sehen.

Ein achtlos abgestellter Einkaufswagen wurde kurzerhand zur Abstellfläche für Material, während weiter aufgeräumt und auch die improvisierte Toilettenecke von altem Laub, Müll und Fäkalien freigeschaufelt wurde. Auch leere Taubenfuttersäcke aus stabilem Papier machten sich gut für kompakten, schweren Müll, ohne die Gefahr zu reißen. 

Echtes Improvisationstalent zeigten auch die Taubenschützer*innen mit einer Campingdusche und Wasser, womit die schlimmsten Ecken nochmal ausgespült wurden.

Nach nur einer Stunde voller motivierter Arbeit und gutem Austausch von sechs ehrenamtlichen Taubenschützer*innen und Chris war es vollbracht und die Fläche sauber und aufgeräumt. Wir stellten die Säcke neben einem Mülleimer der BSR auf dem Parkplatz ab, wo die BSR die Säcke später abholte. Das Gruppenfoto vor den Müllsäcken durfte selbstverständlich genauso wenig fehlen wie die Dusche danach.

Zu Siebt schafften wir es, nicht nur innerhalb einer Stunde statt der geplanten zwei Stunden wieder für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen, sondern hatten einen intensiven Austausch zwischen den Ehrenamtlichen und Chris bei bester Stimmung.

Wer jetzt Lust bekommen hat, uns kennenzulernen und gemeinsam bei weiteren Aktionen mit uns das Müllchaos in den Griff zu bekommen, ist herzlich eingeladen, in unsere WhatsApp-Gruppe zu kommen:  Saubere Kieze für Alle.

 

Die Linke - Rote Socken Kampagne am 31. Januar 2026

am Rathaus Center Pankow vor der Apotheke

Burkhard

Wir sammeln Kleider- & Sachspenden für die Berliner Stadtmission - Hilfe für wohnungslose Menschen im Winter.

🎈Rathaus-Center Pankow: 11-14 Uhr


Der Winter zeigte uns, dass er immer noch da ist. -5 Grad, gefühlt durch den Wind -10 Grad. Da war es nicht leicht durchzuhalten. Da bekam man mit, was die Obdachlosen draußen aushalten müssen, aber den ganzen Tag.

Vielen Dank an die Spender, die wieder fleißig spendeten. Natürlich auch vielen Dank an die Helfer am Stand, die der Kältebelastung standhielten und die Spenden entgegennahmen. 

Ein paar Bilder von der Aktion. Mitte des Jahres ist die nächste Sammlung geplant.

Gedenktag an die Opfer des Holocaust

am 27. Januar 2026

Am 27. Januar fand die Lichterkette zum Gedenktag an die Opfer des Holocaust wieder in der Berliner Straße 121 statt (Höhe Jüdisches Waisenhaus). Sie begann um 18.00 Uhr.

Es hatten sich etliche Menschen versammelt. Das trotz der widrigen Wetterumstände. Dabei waren Menschen aller Altersgruppen. Zum Gedenken sprachen mehrere Redner, auch Schüler einer naheliegenden Schule. Sie arbeiten aktiv an das Gedenken zu den Opfern.

Nach der Veranstaltung fuhr dann auch wieder die Straßenbahn regulär.

Vertreterversammlung

zur Wahl der Listen für die Bezirksverordnetenversammlung und des Abgeordnetenhauses

Am 24. Januar begann die Erstellung der Liste zur Wahl der Bezirksverordnetenversammlung im Bezirk Pankow. In Vorbereitung wurde mit allen, die sich zur Kandidatur stellten, schon ab dem vergangenen Sommer gesprochen. Es sollte eine Liste entstehen, die mit guten Fachleuten und Neulingen, aber auch vom Alter her gut durchmischt ist. Jeder Kandidat durfte sich vorstellen und auch Nachfragen beantworten.

Zur Wahl wurden die Bedingungen und die Vorgehensweise noch einmal erklärt, denn es waren viele der Vertreter neu dabei. 

Die einzelnen Wahlvorgänge müssen einer Prüfung durch die staatliche Wahlkommission standhalten.

Auch am folgenden Tag gingen die Wahlen weiter. Jetzt wurde die Bezirksliste für die Wahl des Abgeordnetenhauses erstellt. Den Vertretern lag dafür ein Vorschlag vor, der seit dem Sommer vorbereitet wurde. Dafür wurden intensive Gespräche geführt. Der Ablauf war wie am Tag zuvor. Die Liste wurde durch die Wahlen bestätigt.

                                                                                                                                  Burkhard

Aktivenkonferenz

Pankow auf links drehen!

Ein kleiner Bericht

Im September 2026 hat Berlin die Wahl. Wir wollen Aktion, Engagement und Freude auf die Straße bringen. Dafür machten wir am 1. November von 11 bis 16 Uhr ein Aktiventreffen in der KulturMarktHalle, Hanns-Eisler-Straße 93, 10409 Berlin.

 Für alle, die aktiv werden wollen und alle, die schon aktiv sind. Um uns weiter zu vernetzen und die Strukturen zu stärken, die wir im nächsten Jahr brauchen werden. Um Pankow auf Links zu drehen!

Viele neue und auch bekannte Genossinnen und Genossen fanden sich ein. Mit dabei hatten viele auch leckere Sachen für das Büfett. Es fanden gemeinsame Unterweisungen des Bezirksvorstandes mit Hinweisen für die Beratungen zum Wahlkampf in den Ortsverbänden statt.

Dann fanden Beratungen in den einzelnen Ortsverbänden statt. Bei uns konnten wir sehr konkret die Planungen für die Heizkostenkampagne im Februar 2026 vorbereiten. Zur Mittagspause gab es sehr viele verschiedene leckere Sachen zu essen.

Danach wurde weitergearbeitet. Ich denke, es hatte allen Spaß gemacht und jedem etwas gebracht. Vor allem sah man auch die Mitglieder persönlich, die man bis jetzt nur per Mail kannte.

Solche Aktiventreffen bringen auf jeden Fall was für unsere Partei.

                                                                                                                              Burkhard

Das Pankefest 2025

am 13. und 14. September 2025

Hier ein kleiner Bericht über das Fest an der Panke am Samstag. Das Wetter war durchwachsen. Aber trotz eines ordentlichen Schauers waren die Besucher wieder schnell auf dem Fest.

Wir hatten unseren Stand in der Ossietzkystraße, wo auch die anderen Parteien ihren Stand hatten. Es interessierten sich recht viele Besucher auch für unseren Stand. Dabei konnten wir viele gute Gespräche führen. Kinder und auch interessierte Leute konnten sich kleine Perlenketten fädeln. 

Natürlich gab es auf dem Fest auch viel Kunst, Handwerk und Verpflegung.

                                                                                                                                    Burkhard

Die Mitgliederversammlung im November 2024

Der Ortsverband Pankow Zentral traf sich zur diesjährigen Mitgliederversammlung und wollte eigentlich ein Jahr mit zwei harten Wahlkämpfen ausklingen lassen und sich langsam auf die Bundestagswahl im Herbst 2025 vorbereiten. Doch durch das Aus der Ampelkoalition zwei Tage vor der Versammlung, ging es nun plötzlich darum, die Mitglieder auf einen erneuten Wahlkampf einzustimmen.

Dass bereits im Sommer 2024 die beschlossen wurden, schon in diesem Winter die Wahlen für die Wahlkreisvertreter*innenversammlung und Bezirksvertreter*innenversammlung durchzuführen, erwies sich jetzt als Glücksfall. Dementsprechend lag auch der Fokus der Mitgliederversammlung auf diesen Wahlen. Für beide Versammlungen konnten alle Mandate entsprechend der Quotierung besetzt werden und auch Neumitglieder kandidierten erfolgreich für ein Mandat.

Nach den Wahlen für die Wahlkreis- und Bezirksvertreter*innenversammlung wurde ein bisher unbesetzter Platz im Vorstand nachgewählt und Franziska ist jetzt auch Teil des Ortsvorstandes. Anschließen wurden Delegierte und Ersatzdelegierte für die Hauptversammlung nachgewählt.

Wir beglückwünschen alle Gewählten zu ihren Mandaten und bedanken uns herzlich bei Gisela für die Vorberei-tung und Durchführung der Mitgliederversammlung.

                                                                                                                    Max

 

Jüdisches Leben in Pankow

Jüdisches Waisenhaus Berlin

An prominenter Stelle in der Berliner Straße, gegenüber dem Garbatyplatz und in der Nähe des Bahnhofs Pankow, steht das eindrucksvolle Gebäude des ehemaligen Jüdischen Waisenhauses, das heute die Stadtbzirksbibliothek Janusz Korczak beherbergt. Wer allerdings von diesem Gebäude aus auf ein reiches jüdisches Leben in Pankow schließt, muss sich eines Besseren belehren lassen. Wie Ralph Hoppe in seinem Pankow-Buch berichtet, war die jüdische Bevölkerung in Pankow von relativ geringer Anzahl.

1910 waren es nur 1335 Menschen jüdischen Glaubens (1,7 % der Bevölkerung) und 1925 trotz gewachsener Einwohnerzahl der Stadt nur 1566. In der Zeit des Faschismus wurden die jüdischen Mitbürger gnadenlos verfolgt. Wer nicht ins Ausland flüchten konnte, wurde in die Konzentrationslager verschleppt und ermordet.

Im jüdischen Waisenhaus gibt es eine Dokumentation über 579 deportierte und ermordete Pankower Juden. Im 19. und in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts waren Juden fester Bestandteil der Bevölkerung. Sie gehörten zu den begüterten Bürgern und Geschäftsleuten, aber auch zu Handwerkern und Gewerbetreibende oder auch Ärzten.

Einer von Letzteren war der bekannte Arzt Emanuel Mendel (1839-1907), nach dem die Mendelstraße benannt ist. Er führte in Pankow eine Landarztpraxis, spezialisierte sich dann jedoch auf die Nervenheilkunde und baute hier seit 1868 eine private Nervenheilanstalt auf. 1884 wurde er außerordentlicher Professor an der Berliner Universität und widmete sich vor allem der Forschung, deren Ergebnisse er in verschiedenen Monographien und Zeitschriften publizierte.

Ein anderer prominenter Vertreter der jüdischen Einwohner Pankows war Josef Garbáty (1851-1939). Seine Familie stammte aus dem Belarussischen, wanderte aber im19. Jahrhundert nach Preußen aus. Josef Garbáty eröffnete Ende des 19. Jahrhunderts in der Schönhauser Allee eine Zigarettenfabrik. Ab 1906 wurde dann in der Hadlichstraße und ab 1912 in der Berliner Straße produziert. Das große Werkgebäude in der Nähe des Pankower Bahnhofs dürfte vielen Lesern noch in Erinnerung sein.

1939 emigrierte die Familie nach Amerika, Josef Garbáty selbst blieb bis zu seinem Tod in der Villa Garbáty, einem Gebäude, an der Berliner Straße, das zu DDR-Zeiten Sitz der bulgarischen Botschaft war. Verdienstvoll war sein Bemühen um gute Arbeitsbedingungen für die Arbeiter seiner Fabrik. Es gab eine Kantine, Pausenräume, Bäder und sogar eine Bibliothek. Die Firma trat auch als Förderer von Sportvereinen und Sportveranstaltungen in Erscheinung.

Auch das Jüdische Waisenhaus wurde von Garbáty großzügig unterstützt. Im Jahre 2000 wurde der Platz vor dem Pankower Bahnhof zu Ehren Garbáty in Garbátyplatz umbenannt. Für diese Ehrung hatte sich besonders Inge Lammel (1924-2015) eingesetzt.

Als Kind jüdischer Eltern im Prenzlauer Berg geboren, entkam sie der Ermordung durch die Nazis mit dem letzten Kindertransport jüdischer Kinder nach Großbritannien. Nach ihrer Rückkehr studierte Inge Lammel an der Humboldt-Universität und arbeitete danach an der Akademie der Künste. Ihr Spezialgebiet und das Thema ihrer Dissertation war das Arbeiterlied. Noch in hohem Alter widmete sie sich einem neuen Thema, dem Schicksal jüdischer Bürger in Pankow. Sie setzte sich für die Anlage von Stolpersteinen und für die Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes in Garbátyplatz ein, veröffentlichte Beiträge zum jüdischen Leben in Pankow und machte selbst Führungen zu Erinnerungsstätten. - Die Reihe mit Pankow verbundener jüdischer Persönlichkeiten ließe sich fortsetzen.

Doch soll zum Abschluss noch einiges zur Geschichte des Jüdischen Waisenhauses gesagt werden. Es entstand nicht, wie manchmal angenommen wurde, als Heimstätte für elternlose jüdische Kinder aus Pankow, sondern war eher so etwas wie ein Flüchtlingsheim. Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im russischen Zarenreich Judenpogrome fast alltäglich wurden, organisierte ein Flüchtlingskomitee eine Heimstätte für jüdische Waisenkinder. Es war zunächst ein Landhaus an der Berliner Straße 35, das 40 Jungen Obdach bot. 1891 erwarb die Jüdische Gemeinde das Objekt. Später siedelte das Waisenhaus in die Berliner Straße 120 um. Nach einem Dachstuhlbrand erhielt der bekannte Baumeister Alexander Beer den Auftrag für einen Neubau, der 1911/12 in seiner heutigen Form fertiggestellt wurde. Bis zu 100 Kinder und Jugendliche erhielten hier eine Ausbildung. Nach einem Naziüberfall konnten die meisten Kinder ins Ausland fliehen. Auch dank der Bemühungen von Inge Lammel ist heute die Geschichte dieses Hauses gut dokumentiert.

Wer Näheres zu diesem Thema erfahren möchte, empfehle ich die neben der Wikipedia auch für diesen Beitrag genutzten Quellen:

Ralph Hoppe: Pankow. Zwischen Idylle und Metropole.2. Aufl., Berlin 2013.

Kerstin Lindstädt: Berlin-Pankow. Aus der Orts- und Baugeschichte. 2. Auf., Berlin 2013.

Bewahren, Verbreiten. Archivare, Bibliothekare und Sammler der Quellen der deutschsprachigen Arbeiterbewegung. Supplement. Bonn, 2017.

                                                                                                                                                                                              H. Sommer

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