Öffentlicher Raum ist für alle da

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In der Grünanlage in der Choriner Straße 47 hatte das Bezirksamt jüngst sogenannte defensive Architektur aufgebaut. Einerseits ermöglichen die aufgebauten Stützstreben älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen, leichter aufzustehen. Andererseits verhindern sie, dass obdachlose Menschen sich hinlegen können. Für sie sind oftmals Bänke und Stadtmöbel einige der wenigen verbliebenen Rückzugsorte.

Das fiel auch einer Anwohnerin auf, die deshalb beim Bezirksamt nachfragte. In ihrer Antwort verwies die Stadträtin für Ordnung und öffentlicher Raum Manuela Anders-Granitzki (CDU) allerdings nur auf die Notwendigkeit der Barrierefreiheit. Eine Vertreibung von obdachlosen Menschen wollte sie nicht erkennen.

Als Linke meinen wir: Der öffentliche Raum ist für alle da. Für Junge und Alte, Geflüchtete, für Menschen mit und ohne Wohnung. Die Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow (BVV) hat deshalb das Vorgehen der CDU-Stadträtin in der Choriner Straße 47 kritisiert. „Verdrängung durch defensive Architektur ist keine Lösung sozialer Probleme. Sie verschiebt sie eben nur“, so Maximilian Schirmer, Fraktionschef der Linken in der BVV.

Vor diesem Hintergrund hat die Linksfraktion einen Antrag in die BVV eingebracht. Wenn Sitzgelegenheiten geschaffen und Stadtmöbel im öffentlichen Raum aufgestellt werden, sollen die Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Menschen, von Seniorinnen und Senioren genauso wie die von wohnungslosen Menschen berücksichtigt werden. Die BVV überwies den Antrag in die Ausschüsse für Soziales, Senior*innen und Gesundheit sowie für Klimaschutz, Grünanlagen, Spielplätze, Umwelt und Natur.