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Die Hitze ist politisch

Die kommenden Jahrzehnte werden von weiter steigenden Temperaturen, Dürren und Waldbränden geprägt sein. Besonders Städte sind durch den „Hitzeinseleffekt“ betroffen. Dort, wo besonders viele Flächen durch Asphalt und Beton versiegelt sind, wird Wärme aufgenommen und gespeichert. Auch in unserem Bezirk merken wir das. Im hochverdichteten Prenzlauer Berg ist es im Sommer viel heißer als beispielsweise in der Kleingartenanlage in Heinersdorf.

Jetzt gilt es, kommende Hitzeperioden vorzubereiten. Dafür soll der Bezirk einen Hitzeschutzplan auflegen. Denn es ist unsere Aufgabe, Menschen vor Kreislaufzusammenbrüchen und hitzebedingten Belastungen zu schützen.

Um Dehydration vorzubeugen, braucht es mehr fest installierte und mobile Trinkbrunnen. Besonders hitzebelastete Orte müssen identifiziert werden. Betroffene Bürgerinnen und Bürger, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen müssen rechtzeitig über Schutzmaßnahmen informiert werden. Dazu gehört die Warnung vor besonders hitzebelasteten Orten. Abkühlstationen müssen in der Nähe angeboten werden. Solche Abkühlungsorte müssen wohnortnah und barrierefrei sein, damit sie vor allem für vulnerable Gruppen schnell erreichbar sind. Besonders obdachlose Menschen brauchen Wasser, Sonnencreme und Elektrolytlösung.

Wir brauchen mehr Bäume sowie Dach- und Fassadenbepflanzungen. Denn Schatten und Verdunstungswasser kühlen Luft, Straßen und Häuser. Gerade Parks, die der Stadt als Kaltluftgebiete dienen, müssen gepflegt und gesund sein. Auch die Flächenentsiegelung ist ein wichtiges Thema. Damit Wasser auch wieder versickern kann und Beton die Stadt nicht weiter aufheizt. Der Zugang zu Wasser darf nicht nur wenigen vorbehalten bleiben. Es braucht mehr öffentliche Schwimmbäder und Badestellen.

Investitionen in eine lebenswerte Stadt und den Schutz von vulnerablen Gruppen dürfen wir nicht dem Markt überlassen. Auch wer sich keine Klimaanlage leisten kann, darf nicht im Stich gelassen werden.
 

Maximilian Schirmer
Bezirksverordneter