Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen
Pankow Elke Breitenbach
19:30 Uhr
Berlin, Brotfabrik

Sonntag ohne Späti?! Zwischen Kultur & Arbeitnehmer*innenschutz

Der Späti gehört zu Berlins Stadtbild und Lebensgefühl, aber der Streit um das bestehende, bundesweit liberalste Landenöffnungsgesetz spitzt sich weiter zu. Demzufolge dürften Spätis am Sonntag nicht öffnen und der Kiez läge zumindest einen Tag auf dem Trockenen. Der Späti Sonntag zu - das ist mir je noch nie aufgefallen? Klar, denn es wird nicht überall konsequent verfolgt. Auch in Pankow liegen sich Spätibetreiber*innen und das Ordnungsamt darüber in Konflikt. Durch die Null-Toleranz-Strategie des AfD-Stadtrats Daniel Krüger, der seit 2018 vermehrt Schwerpunktkontrollen im Bezirk anweist, werden Spätibetreiber*innen, die sonntags öffnen mit Bußgeldern von teils bis zu 2.500€ belegt.

In Berlin dürfen Geschäfte unter der Woche generell an von 0.00 bis 24.00 Uhr öffnen. Die einzigen Geschäfte, die sonntags öffnen dürfen sind Apotheken, Tankstellen sowie Läden in Bahnhöfen, Flughäfen und die, die das Touristenherz höher schlagen lassen. Hauptargumente hierfür sind, auch aus linker Perspektive, vor allem die Religionsfreiheit und der Schutz von Arbeitnehmer*innen (§§4,5 BerlLadÖffG).

Doch profitieren wirklich alle vom Sonntagsverkaufsverbot? Vor allem Spätis erwirtschaften einen Großteil ihres wöchentlichen Umsatzes am Sonntag. Ohne diese relevanten Einkünfte wäre es für viele Betreiber*innen kaum möglich die steigenden Mieten in ihren Stadtteilen zu bezahlen und somit würde neben den Annehmlichkeiten der fußläufigen „Notfallversorgung“ auch ein Element geschätzter Stadtkultur verloren gehen. Hierbei gehen sie jedoch ein hohes Risiko ein und nehmen in Kauf, dass sie ihre Laden durch überhöhte Bußgelder permanent schießen müssen und potentiell in den finanziellen Ruin getrieben werden können.

Zusammen mit unserer Sozialsenatorin Elke Breitenbach, Matthias Romberg (Humboldt Universität), der seine Masterarbeit zur Bedeutung von Spätis geschrieben hat, und euch wollen wir über mögliche Lösungen diskutieren. Wie vermeiden wir mögliche (Selbst-)Ausbeutung, retten die Kiezkultur und verhindern, dass die AfD das Stadtbild wandelt. Reicht eine lasche Verfolgung, die Senkung von Bußgeldern oder muss das Landenöffnungsgesetz neu angepackt werden?

Dass das jeden angeht #merksteselba, deshalb kommt in die Brotfabrik und diskutiert mit uns!

In meinen Kalender eintragen

Veranstaltungsort

Brotfabrik

Caligariplatz 1
13086 Berlin

zurück zur Terminliste