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Buchholzer Straße 5: Erst gefüttert - dann verfüttert.

extraDrei

Wohnen auf der Enterprise

In einer Star-Trek-Welt, in der alle Menschen nur noch danach streben, sich weiterzuentwickeln, und der materielle Besitz fast keine Rolle mehr spielt, wäre alles einfach. Auch wenn der Sozialneid in einer solchen Welt vielleicht noch nicht ganz beseitigt wäre, denn schließlich gibt es selbst auf dem Raumschiff Enterprise Offiziere und gewöhnliche Crewmitglieder, mit Mietwucher müssen sich die Menschen in der Serienzukunft nicht herumschlagen.

Ganz anders die Erdlinge im 21. Jahrhundert. Wohnen ist ähnlich wie saubere Luft und Wasser oder Essen ohne Gift kein Menschenrecht, was nebenbei den Schluss zulässt, dass die grundlegenden Menschenrechte in Frei-Markt-Gesellschaften erfunden worden sind. Denn Würde und Unverletzbarkeit der Person sind Dinge, die sich schlecht kommerzialisieren lassen.

Der Markt regelt alles, sagen die Neoliberalen. Dabei denken sie bestimmt auch an die Bevölkerungsströme von Afrika nach Amerika im 16. bis 19. Jahrhundert durch die Sklavenschiffe europäischer Händler. Zum Glück sind diese Zeiten vorüber, aber der „Markt“ ist ein Mechanismus, der aus sich selbst heraus nicht lernfähig ist. Dazu bräuchte es einen Harry Potter. Oder die Politik muss handeln und die folgt dem Bewusstsein der Menschen, wie damals am Anfang der Neuzeit, als der Sklavenhandel endlich endete und in den USA sogar ein Bürgerkrieg darum ausgefochten wurde. Aktuell ändert sich auch das Bewusstsein für die Mechanismen auf dem Wohnungsmarkt. Es wird Zeit, die Sklaverei dort zu beenden.


Oliver Schmitt