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Streitpunkt: Der Hauptweg an der Grundschule soll geschlossen werden

extraDrei

Streit im Thälmannpark: Anwohner*innen kritisieren Pläne für neue Durchwegung

Im nördlichen Teil des Ernst-Thälmann-Parks plant der Bezirk zwischen dem Planetarium und dem Wohnensemble schon seit 2012 die Erweiterung der dortigen Grundschule. Steigende Schüler*innenzahlen im Prenzlauer Berg begründen den Bedarf und den damit verbunden Ausbau auf fünf Züge mit 720 Schüler*innen. Das reicht zwar noch nicht, um alle Defizite auszugleichen, ist aber ein Anfang.

In den letzten Jahren hat das Bezirksamt mit einigen Machbarkeitsstudien die umliegenden Flächen geprüft und sich schließlich, auch in Abstimmung mit der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), entschlossen, den Schulcampus unter Einbeziehung der alten Schotterplätze in Richtung der Bahngleise zu entwickeln. Die Orientierung am Musterraumprogramm des Landes für den Schulbau schafft einen Bildungsort, der zeitgemäße pädagogische Konzepte ermöglicht.

Alles gut, könnte man meinen. Allerdings bedeutet ein grüner Campus einen harten Einschnitt in den Grünzug zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße. Ein bei den Anwohner*innen beliebter Fußweg zur S-Bahn führt über den zukünftigen Schulhof. Die Planungen des Bezirkes sehen vor, einen Weg nördlich des Campus  zum Schwimmbad zu führen und am Krankenhaus in Verlängerung der Diesterwegstraße eine weitere Rad- und Fußverkehrsverbindung zu schaffen. Eine Lösung, die nicht alle zufrieden stellt und die die Frage aufwirft, ob es nicht eine bessere Lösung gegeben hätte. Statt den Park zu zerschneiden, solle der Schulbau doch besser auf dem Vivantes-Gelände erfolgen, fordert die Anwohner*innen-Initiative Thälmannpark.

Für das nördliche Areal des Thälmannparks wurde ein Bebauungsplanverfahren begonnen, um sämtliche privaten wie öffentlichen Flächen zu prüfen und die Defizite in der sozialen Infrastruktur des Ortsteils auszugleichen. Dabei muss in dem Gebiet auch noch ein Standort für eine Gemeinschaftsschule gefunden werden, was Flächenalternativen an der Lilli-Hennoch-Straße ausschließt. Auch das ehemalige Krankenhausareal an der Fröbelstraße wurde untersucht, obwohl es zum damaligen Zeitpunkt noch zu Vivantes gehörte. Vor allem die denkmalgeschützten Gebäude im hinteren Teil führten bei den Planern zu abschlägigen Bewertungen. Ein zeitgemäßer Schulbau konnte nicht dargestellt werden. Seitdem das Areal letztes Jahr wieder vom Land Berlin übernommen wurde, werden dort Bedarfe für eine Flüchtlingsunterkunft und die bezirkliche Verwaltung geprüft. Auch eine weitere Studie konnte keinen Platz für eine Schulerweiterung finden.

Auch uns lässt die schwierige Gemengelage unbefriedigt zurück, der Grünzug am Thälmannpark ist für DIE LINKE im Bezirk immer ein Anliegen und es schmerzt, wenn man bei der Suche nach Alternativen zu keinem guten Ergebnis kommt. Derzeit gilt es noch zu prüfen, ob der Campus nicht außerhalb des Schulbetriebes für die Öffentlichkeit genutzt werden kann. Dabei müssen natürlich die Bedürfnisse von Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern ausreichend berücksichtigt werden und vor allem müssen die Planungen zügig vorangetrieben werden, um endlich mit dem Bau beginnen zu können.


Fred Bordfeld
Bezirksverordneter