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extraDrei

Streiflicht: Gar nicht lustig

Erst kürzlich lobte die Bundeskanzlerin ihre frisch bestallte Verteidigungsministerin Annegret Kamp-Karrenbauer: „Wo immer sie arbeitet, arbeitet sie mit 100 Prozent“. Neben den Teilzeitjobs CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin macht sich AKK auch gern als „Putzfrau Gretl“ nützlich, besonders in der närrischen Zeit. Der Putzfrauenjob ist lukrativ, ermöglicht er doch all das, was als Parteichefin und Ministerin nicht so en vogue ist – unverblümt über die „da oben“ herzuziehen. So wie es eben alter Karnevalsbrauch ist. Das Dumme ist nur, dass Putzfrau Gretl alias AKK qua Amt eine von denen da oben ist.

Statt im Publikum zu sitzen und die mehr oder weniger derben Späße auch auf ihre Kosten souverän über sich ergehen zu lassen, sucht AKK die Bühne, um sich von dort aus über Minderheiten lustig zu machen. „Wer war denn von euch vor kurzem mal in Berlin“, lästerte sie Ende Februar im Rahmen des „Stockacher Narrengerichts“, „da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen.“ Um dann im Tiefflug die vermeintliche Pointe zu setzen: „Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.“

Derartige karnevalistische Possen brauchen natürlich eine besondere Würdigung. Der Bund Deutscher Karneval will darum bei einer Gala am 21. September in Cottbus AKK zur ersten Sonderbotschafterin ernennen und ihr einen „Goldenen Ehrenring“ überreichen. Begründung: sie habe „mutig, ironisch, schlagfertig und sich selbst nicht schonend in bester karnevalistischer Manier Zeitkritik geübt“.

Irgendwie, scheint es, ist den Karnevalisten das Gefühl für Pointen verloren gegangen. Lustig ist das jedenfalls nicht.


HaSe