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Tim Rademacher
KSK-Soldaten posieren auf dem Flugplatz Faßberg.

extraDrei

Streiflicht: Braune Kennverhältnisse

Die Genoss*innen in unserem Nachbarbezirk Mitte haben kürzlich eine manchen überraschende Forderung aufgestellt. Die Helferlein aus der Bundeswehr im örtlichen Gesundheitsamt mögen doch bei ihrem Dienst an der Allgemeinheit in der Corona-Krise auf ihre Uniform verzichten. Der Tarnanzug sei nicht so gut beleumundet und könne Bürger*innen verunsichern. Denn neben umstrittenen Auslandseinsätzen in Afghanistan oder Mali hat der Kampfuniformträger im Inland ein Imageproblem mit Rassismus und Rechtsextremismus. Nachzulesen sind einige Beispiele im letzten Jahresbericht des Wehrbeauftragten. Mit „Sieg Heil“ grüßte etwa ein Unteroffizier seine Kameraden bei einer Neujahrsfeier seiner Einheit und vergaß auch nicht das zackige Ausstrecken des rechten Arms. Auf dem Gelände einer Kaserne in Schleswig-Holstein wurde mit Düngemitteln ein Hakenkreuz in das Gras geätzt. Und ein Offizier befand während einer Ausbildung: „Bin ich hier in einer Mongowerkstatt? Ihr seid Affen mit Trisomie 21“. Ihren Job konnten sie alle behalten.

Nun mag mancher einwenden, das wären doch nur ein paar versprengte Landser. Schauen wir also zur Soldatenelite, dem Kommando Spezialkräfte, kurz KSK. Bei dieser Truppe hatte sogar AKK, so das Kürzel für die Verteidigungsministerin, im Sommer die Existenzberechtigung infrage gestellt – wegen zahlreicher rechtsextremer Mitglieder. Es geht um braune Netzwerke, die man verschämt „Kennverhältnisse“ nennt, um über 60 kg verschwundenen Sprengstoff, um illegale Waffenlager und krude Schweinekopfpartys. Immerhin, die Herren und Damen des KSK trifft man eher nicht in den Amtstuben eines Gesundheitsamts.


HaSe