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Dispozinsen halbieren! Foto: Thomas Klauer/Pixelio

extraDrei

Runter mit den Dispozinsen

Das neue Jahr begann mit einer auf den ersten Blick guten Nachricht: Die Deutschen sind 2020 um 393 Milliarden Euro reicher geworden. Auf den privaten Bankkonten liegen 7,1 Billionen Euro. Das ist ein Rekord. Die meisten von uns dürften sich jedoch verwundert die Augen reiben, weil sie von dieser Geldvermehrung nichts gemerkt haben. Im Gegenteil, ein Drittel der Haushalte hatte im letzten Jahr weniger Geld zur Verfügung. Deswegen gaben viele Menschen mehr aus, als sie auf dem Konto hatten; sie mussten ihren Dispokredit in Anspruch nehmen. Sechs Millionen Menschen geht es regelmäßig so. Viele Banken lassen sich das viel zu teuer bezahlen. Im Schnitt nehmen sie fast zehn Prozent Zinsen, zwei Dutzend Banken sogar über zwölf Prozent. Appelle und freiwillige Selbstverpflichtungen haben bisher nicht geholfen. SPD-Finanzminister und Kanzlerkandidat Olaf Scholz reagierte sehr eigenwillig auf diese Sorgen von Familien mit geringem Einkommen, Alleinerziehenden, Rentnerinnen und Rentnern, als er vorschlug, man solle doch gefälligst auf der Webseite Check24 die Dispozinsen vergleichen. Doch das private Check24 ist keine neutrale Instanz, dort steht häufig nicht derjenige oben, der am günstigsten ist, sondern derjenige, der die höchsten Provisionen bezahlt hat.

Linker Antrag für Begrenzung der Zinsen für Dispokredite

Banken dürfen nicht an der Verzweiflung der Menschen Geld verdienen, Zinsexzesse müssen gesetzlich gestoppt werden. Daher wollen wir eine gesetzliche Begrenzung der Dispozinsen und der noch teureren Überziehungskreditzinsen auf maximal fünf Prozent über dem Leitzins der Europäischen Zentralbank. Das wäre für die meisten Menschen derzeit eine Halbierung der Dispozinsen.


Stefan Liebich
Mitglied des Bundestages


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