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Protest gegen eine mögliche Trassenführung der Tram durch die Erholungsanlage Blankenburg

extraDrei

Planspiele - Keine Verkehrslösung beim Blankenburger Süden

Der Senatsstadtentwicklungsverwaltung hat es gefallen, zu Beginn der Saure-Gurken-Zeit Ergebnisse des Werkstattverfahrens "Blankenburger Süden" zu veröffentlichen, so dass mediale Aufmerksamkeit gesichert war. Wirklich "neu" waren die bunten Bilder nicht: Im Wesentlichen sind sie schon seit dem Frühjahr bekannt. Unter den vier Entwürfen ist einer, vielleicht, gefälliger als die anderen drei. Das weist auf das Grundproblem der Diskussion, die sich die Senatsverwaltung jetzt wünscht: Sie ist und kann nur geschmäcklerisch sein und bleiben, solange die Rahmenbedingungen nicht feststehen. Dazu gehören an erster Stelle die Verkehrsanbindung und die Verflechtung des neuen Wohngebietes mit dem bestehenden Straßennetz. In den vergangenen vier Jahren ist dazu viel Papier vollgeschrieben worden, die eine oder andere unsinnige Idee wurde beerdigt. Nach wie vor aber sind sogenannte "Detailfragen" offen. Diese Details aber besitzen eine Sprengkraft, die die ganzen schönen Pläne in den Papierkorb befördern können.

Die Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow hatte davor gewarnt, die "Ergebnisse" des Werkstattverfahrens jetzt zu veröffentlichen, bevor die offenen Verkehrsfragen nicht definitiv entschieden sind. Denn die am Werkstattverfahren beteiligte Bürgerschaft muss sich veralbert vorkommen, wenn nun Präferenzen für einen der Entwürfe herausgearbeitet werden sollen, der sich dann "aus objektiven Gründen" als gar nicht umsetzbar erweist. So kann man beispielsweise auf der Gewerbefläche Heinersdorf nördlich des Schmöckpfuhlgrabens einen schicken Park planen – aber wenn der Straßenbahnbetriebshof auf diese Fläche muss, ist alles Schall und Rauch. Eine endgültige Entscheidung über den Standort des Betriebshofes ist aber noch nicht getroffen.

Als Linksfraktion fordern wir darum als einzige Bedingung an die neue Bebauung lediglich, dass sie sich insbesondere in ihren Randbereichen in die Umgebung einfügen muss. Die veröffentlichten Pläne geben hier nur teilweise Antworten und sind im Übrigen relativ konventionell. Insgesamt erinnern sie an den seligen Obristen Potjomkin.


Wolfram Kempe
Bezirksverordneter