Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen
Udo Wolf: Direkt für Pankow in den Bundestag

extraDrei

Nachverdichtung muss auf den Prüfstand

Berlin braucht bezahlbaren Wohnraum. Gleichwohl engagieren sich Mieter*innen gegen die Nachverdichtung ihrer Kieze. extraDrei sprach mit Udo Wolf, Bundestagskandidat der LINKEN für Pankow, über das umstrittene Thema Nachverdichtung.

Verstößt das Engagement gegen Nachverdichtungen und Wohnungsneubau nicht gegen das Gemeinwohlinteresse? Muss Berlin da nicht durchgreifen?

Udo Wolf: Das Gemeinwohlinteresse bildet sich ja aus der gemeinsamen Betrachtung der individuellen Interessen, ist Gegenstand von Diskussion und ändert sich entsprechend. Wenn Mieter*innen sich für den Erhalt eines guten Wohnumfeldes engagieren, sich die eigene Wohnung nicht verschatten lassen wollen und für den Erhalt ökologisch wertvoller Grünflächen einsetzen, ist das nicht nur verständlich, sondern auch sinnvoll. Dieses soziale und ökologische Engagement dient auch dem Gemeinwohl.

Wie siehst Du die Rolle der städtischen Wohnungsbaugesellschaften?

Udo Wolf: Natürlich sollen die öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften einen wichtigen Beitrag zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums leisten. Dabei darf es aber nicht nur um Menge gehen. Wohnungsneubau und damit auch Nachverdichtung muss stadtentwicklungspolitisch, sozial und ökologisch sinnvoll und vertretbar sein. Das muss mit den Anwohner*innen von Bauvorhaben auf Augenhöhe diskutiert werden. Und da ist bei einigen städtischen Wohnungsbaugesellschaften, aber auch in der Politik noch viel Luft nach oben.

Das „Berliner Bündnis Nachhaltige Stadtentwicklung“, darunter auch der „Grüne Kiez Pankow“, fordert mehr Luft zum Atmen. Und Du?

Udo Wolf: Die Pandemie hat uns allen vor Augen geführt, wie wichtig Grünflächen im direkten Wohnumfeld sind. Die Klimakatastrophe, die Unwetter und Starkregenereignisse zeigen, wie problematisch die zunehmende Versiegelung von Flächen ist. Aus meiner Sicht müssen deshalb alle Nachverdichtungsvorhaben überprüft werden, ob sie ökologisch und sozial noch vertretbar sind. Es gibt in Berlin immer noch Flächen, die mit weniger ökologischem Schaden bebaut werden könnten.