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In spätestens zehn Jahren soll kein Mensch mehr auf der Straße leben müssen.

extraDrei

Masterplan gegen Wohnungslosigkeit

Die Bekämpfung der Wohnungslosigkeit ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Das hat auch das Europäische Parlament erkannt und das Ziel ausgerufen, Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden.

Wohnungslosigkeit umfasst weit mehr Menschen als diejenigen, die auf der Straße leben müssen. In Berlin leben schon jetzt etwa 50.000 Menschen in Gemeinschafts- und Notunterkünften. In meiner Zeit als Sozialsenatorin haben wir viel dazu beigetragen, die Situation obdachloser Menschen zu verbessern. Es gibt jetzt mehr Unterstützungsangebote und mehr Geld für die Wohnungslosenhilfe. Berlin gibt jährlich etwa 300 Millionen Euro aus, um akute Wohnungs- und Obdachlosigkeit zu bewältigen. Trotzdem verlieren weiterhin Menschen ihre Wohnung, weil sie die Miete nicht zahlen können. Wohnungslose Menschen haben kaum eine Chance auf dem angespannten Wohnungsmarkt. Doch die Kosten für Gemeinschafts- und Notunterkünfte sind die teuerste Form der Unterbringung und oftmals höher als die Miete einer teuren Wohnung. Das muss sich ändern.

Deshalb schlage ich für die nächste Legislaturperiode einen Berliner Masterplan gegen Wohnungslosigkeit vor. Wer keine Wohnung hat, bekommt eine. Housing First heißt das Konzept: Erst eine Wohnung, dann alles andere. Die meisten Menschen kommen in diesem Schutzraum zur Ruhe und öffnen sich für weitere Unterstützungsangebote. Diese guten Erfahrungen haben wir auch mit den beiden Berliner Housing-First-Modellprojekten gemacht.

Wenn wir mit dem Prinzip Housing First in Berlin die Wohnungslosigkeit bis 2030 beenden wollen, brauchen wir Wohnraum und verbindliche Regeln, also eine feste Quote von zehn Prozent aller Bestands- und Neubauwohnungen der landeseigenen Wohnungsunternehmen. Das wären zusammengerechnet etwa 2.000 Wohnungen pro Jahr. Hinzu kommen etwa 6.400 Appartements der landeseigenen Berlinovo. Auch dieser Wohnraum soll als sozialer Wohnraum zu Verfügung stehen. Damit würde es mehr als 8.000 Wohnungen geben.

Berlin kann von der „Hauptstadt der Obdachlosigkeit“ zur europaweiten Vorreiterin bei der Bekämpfung der Wohnungslosigkeit werden – wenn die Stadtgesellschaft das will.


Elke Breitenbach
Kandidatin für das Abgeordnetenhaus im Wahlkreis 1


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