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extraDrei

Lesetipp: Das Ende und der Anfang

Um gesellschaftspolitische Entscheidungen für das Heute und Morgen treffen zu können, ist es ratsam, einen Blick auf das Vergangene zu werfen. Und genau dies tut Peter-Rudolf Zotl, wenn er das Verwerfen von Überkommenem und das Suchen nach Neuem in der Politik der PDS in seinem Buch „Das Ende und der Anfang – Das Wendejahr 1989/1990 und die PDS in Berlin“ beschreibt. Sein Fokus liegt auf Berlin. Hier war sein hauptsächliches politisches Wirken.

Der Autor räumt mit alten Legenden auf, die sich seit Ende 1989 mehr oder weniger halten und von politischen Gegnern gern bedient werden. Er zeigt auf, dass es politische Alternativen zur sogenannten Wirtschafts- und Währungsunion, zum Beitritt der DDR zu BRD und zur Übernahme vieler ostdeutscher Betriebe durch die Konzerne der BRD gab. Viele der Alternativen wurden auch von der damals noch sehr jungen PDS mitentwickelt. Dazu zählten die Herausarbeitung des „dritten Weges“ zwischen Sozialismus und Kapitalismus, eine sozial-ökologische Erneuerung der Wirtschaft, eine reformierte DDR und ein demokratischer Sozialismus bei Aufrechterhaltung beider deutscher Staaten. Dazu gehörte auch die grundlegende Änderung der SED/PDS und der Bruch mit der Vorherrschaft der SED. Letzteres war ein Prozess für die Partei selbst und für die gesamte DDR.

Ich möchte Allen dieses Buch (Verlag am Park, 17 Euro) empfehlen, die wissen wollen, wie es damals im Wendejahr war, wie wurde der Umbruch von der SED zur PDS in Berlin politisch gemeistert, wie agierten die verschiedenen politischen Kräfte, Freunde und Wegbegleiter.


Uwe Melzer