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Trotz Milieuschutz: Aufzug im Winskiez.

extraDrei

Kein Aufzug im Milieuschutz

Der Titel unserer Drucksache in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow sorgte für viel Aufregung. Wollt ihr etwa Mobilitätseingeschränkte und Familien aus unseren Kiezen vertreiben? Immer „Barrierefreiheit“ rufen, aber wenn es darauf ankommt - kneifen. Was ist denn mit dem altersgerechten Wohnen?

Interessant bei diesen Einwürfen ist, dass es bei unserer Drucksache im Prinzip um etwas völlig anderes geht. Natürlich wollen wir Senior*innen, Kindern und Rolli-Fahrer*innen ihr Recht auf Mobilität nicht verweigern.

Das Problem und - meiner Ansicht nach - die Ungerechtigkeit heißt „Modernisierungsumlage“. Ein Eigentümer einer Immobilie kann sich bei jeder Investition in den Ausstattungsstandard acht Prozent des Geldes pro Jahr über Mieterhöhungen wieder reinholen. Das heißt, nach gut zehn Jahren sind die Kosten wieder drin, nur die Mieterhöhung bleibt. Das sind pro Monat schnell mal 150 Euro.

Die einzige Chance des Bezirkes dagegen vorzugehen, besteht in der Definition von zeitgemäßen Ausstattungsstandards. Solange es im Block noch keine Aufzüge gibt, muss man diese auch nicht als zeitgemäß genehmigen.

Wenn wir das nicht tun, wird nicht nur der Opa aus seiner Wohnung fliegen, weil er sich den Aufzug gar nicht leisten kann, sondern auch alle anderen, die unter den aktuellen Mietsteigerungen jetzt schon zu knapsen haben.

Altersgerechtes Wohnen im Altbau nur für Reiche kann nicht die Aufgabe unserer Linksfraktion sein.


Fred Bordfeld
Bezirksverordneter