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#StopHeimstaden Demo im Mauerpark

extraDrei

Heimstaden Shopping-Tour in Pankow abwenden

Die Berliner Immobilien bleiben für die international agierende Unternehmen und Investor*innen die interessantesten Anlagen. Immer mehr ausländische Konzerne kommen nach Berlin, angezogen von attraktiven Renditeaussichten. Von hohen Preisen lassen sie sich nicht abschrecken, denn sie erwarten weiter steigende Mieten. Das bedeutet für die Mieter*innen Angst vor Verdrängung, Mieterhöhungen oder Umwandlung in Eigentum.

Heimstaden Bostad AB, ein Konzern der Heimstaden-Gruppe des norwegischen Milliardärs Ivar Tollefsen, gab am 18. September 2020 bekannt, dass das Unternehmen einen Kaufvertrag für den Erwerb von 130 Immobilien mit insgesamt 3.902 Wohneinheiten in Berlin unterzeichnet hat. Insgesamt umfasst das Portfolio ca. 282.000 Quadratmeter Mietfläche, der Kaufpreis beläuft sich auf ca. 830 Millionen Euro.

Beim Heimstaden-Deal handelt es sich um die sogenannten Paket-Käufe. Das „Pankower Paket“ umfasst 17 Häuser, 13 davon liegen in den sozialen Erhaltungsgebieten. Aktuell geht es um acht Häuser in den sozialen Erhaltungsgebieten aus dem zweiten und dritten Paket. Heimstaden hat mehrfach angekündigt, als langfristiger Bestandshalter und guter Vermieter in Berlin auftreten zu wollen. Aber das Unternehmen weigert sich bis jetzt hartnäckig, eine Abwendungsvereinbarung mit dem Bezirksamt Pankow zu unterzeichnen.

Die Nachricht über den Verkauf ihrer Häuser an Heimstaden hat die Mieter*innen massiv beunruhigt. An den nachhaltigen Absichten des Investors zweifeln sie, denn sonst würde er einfach die Abwendungsvereinbarungen unterzeichnen. Deshalb holen die Mieter*innen jetzt zum Gegenschlag aus. Sie vernetzen sich gegen Heimstaden und zwar berlinweit. Anfang November gab es nun die erste berlinweite Demonstration der Heimstaden-Mieter*innen mit knapp 1.000 Teilnehmer*innen.

In Pankow waren die Mieter*innen im Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen, haben ihre Sorgen den Bezirksverordneten vorgetragen und sie aufgefordert, das Vorkaufsrecht für alle betroffen Häuser auszuüben. Auf Initiative des stadtentwicklungspolitischen Sprechers der Linksfraktion, Fred Bordfeld, beschloss der Ausschuss eine Resolution, die die Aufforderung beinhaltet, das Vorkaufsrecht für alle betroffenen Häuser auszuüben und die Mieter*innen zu unterstützen. Bei der vergangenen Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 11. November reichten die Mieter*innen im Rahmen der Einwohnerfragestunde ihre Fragen an das Bezirksamt Pankow ein. Die im Ausschuss beschlossene Resolution wurde auch durch die BVV beschlossen.

Die Mieter*innen lassen sich nicht entmutigen. Sie setzen fest darauf, dass sowohl das Bezirksamt Pankow als auch die zuständigen Senatsverwaltungen sie unterstützen. Die Ereignisse, die der Heimstaden-Deal in Pankow und in ganz Berlin ausgelöst hat, zeigen noch ein Mal in aller Deutlichkeit, dass eine konsequente Ausweitung der sozialen Erhaltungsgebiete alternativlos ist. Denn nur so lässt sich der hemmungslose Ausverkauf Berlins stoppen.


Oleg Myrzak