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Eckhaus Kollwitzstraße 2 / Saarbrücker Straße 17

extraDrei

Kollwitzstraße 2: Hindert Teilverkauf das Vorkaufsrecht?

Schon seit dem Herbst 2014 kämpft eine Hausgemeinschaft mitten im Prenzlauer Berg um den Erhalt seines denkmalgeschützten Hauses im Milieuschutzgebiet Kollwitzplatz. Nach anfänglichen Investorenträumen um die 6.500 Euro pro Quadratmeter und Penthouse-Loft mit Whirlpool war es um das Haus ruhiger geworden. Auch wenn für die Bewohner*innen die zunehmende Verwahrlosung und der Leerstand ein ständiges Ärgernis waren.

Nach nunmehr vier Jahren kommt wieder Bewegung in das Projekt. Offensichtlich hat ein Eigentümer seinen Anteil an der Immobilie veräußert und das Stadtentwicklungsamt von Stadtrat Kuhn (Grüne) um Erteilung eines Negativtestates angefragt. Mit einem solchen Antrag beginnt die zweimonatige Frist zur Anwendung des Vorkaufsrechtes in den Milieuschutzgebieten. Im Fall der Kollwitzstraße 2 hat das Bezirksamt erste Schritte in diese Richtung veranlasst. Leider hat es auch voreilig die Mieter*innen in die Pflicht genommen, sich auf „freiwillige Mieterhöhungen“ einzurichten. Bereits die Ausübung des bezirklichen Vorkaufsrechts für die Gleimstraße 56 war mit Mietsteigerungen für die Mieter*innen verbunden.

Die Hoffnung auf ein Vorkaufsrecht könnte trügerisch sein, da hier nicht das ganze Haus, sondern nur ein Anteil von ca. 80 Prozent veräußert werden soll. Ob hier ein Vorkauf überhaupt in Frage kommt und sich eine landeseigene Gesellschaft findet, die in ein solches Projekt einwilligt, ist unklar. Wir können nur hoffen, dass für die Betroffenen ein verantwortungsvoller Weg beschritten wird und eine langfristige Lösung zu Stande kommt.

Fred Bordfeld
Bezirksverordneter