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Proteste gegen den Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine an der Amir Kabir Universität. Foto: MojNews/Wiki

extraDrei

Ein Land vor der Zerreißprobe: Friedliche Proteste im Iran nicht behindern

Bei uns in Deutschland ist es ziemlich einfach, zu demonstrieren. Die Menschen können für eine Seebrücke über das Mittelmeer gegen die Regierung auf die Straße gehen oder, auf der politisch anderen Seite, gegen Ausländer und Migration. Man kann sogar „Merkel muss weg“ rufen, und das Schlimmste, was einem da passieren kann, ist, dass man in der „heute-show“ veralbert wird.

Im Iran ist das anders. Der Schriftsteller Navid Kermani hat kürzlich über Demonstrierende in dem Land gesagt: "Und das sind einige Tausend, die sich trotz Lebensgefahr auf die Straße begeben, die ihre soziale Existenz gefährden, die als Studenten ihr Studium gefährden, ihre berufliche Zukunft. Jeder Einzelne tut das unter Lebensgefahr." Wer im Iran demonstriert, der zeigt Mut.

Der Abschuss der ukrainischen Linienmaschine durch iranische Raketen und das anfängliche Leugnen des Regimes haben nun das Fass zum Überlaufen gebracht, die Menschen gehen im Iran erneut in Scharen auf die Straße. Doch sie demonstrieren nicht nur für mehr Freiheit, sondern für Arbeit und Brot. Und natürlich sind es nicht nur Korruption und Geldverschwendung durch immer neue militärische Auseinandersetzungen in der Region, sondern auch die Sanktionspolitik der USA, die zu einer Verelendung im Iran führt. Und so wie es falsch ist, Trump nur deshalb zu unterstützen, weil man die iranische Regierung schlimm findet, gibt es auch keinen sinnvollen Grund, die Mullahs zu verteidigen, weil man gegen Trump ist. Wir werden beides nicht tun. Wir sind gegen den Krieg am Persischen Golf und solidarisch mit den Unterdrückten im Iran.


Stefan Liebich
Mitglied des Bundestages


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