Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen
Cecilienhof wurde mitten im Ersten Weltkrieg gebaut. Foto: Ernstol/wiki

extraDrei

Clans im goldenen Glanz

Dieser Tage stehen vier Männer in Berlin vor Gericht, die beschuldigt werden, eine riesige Goldmünze aus einem Museum geklaut zu haben. Ihr Wert soll fast vier Millionen Euro betragen. Die Staatsanwaltschaft fordert harte Strafen für die Angeklagten, die überwiegend miteinander verwandt sind. Für viele steht fest: Hier hat eine kriminelle Familie, der Remmo-Clan, sein Unwesen getrieben.

Aber auch andere Familien fühlen sich zum Golde hingezogen. Der Hohenzollern-Clan zum Beispiel. Mit dem Leitspruch „Gold gab ich für Eisen“ schöpfte Clanoberhaupt Wilhelm II., seinerzeit in Personalunion auch Kaiser von Deutschland, ab 1915 große Mengen von Goldschmuck aus der Bevölkerung ab, oft unter starkem sozialen Druck. Der Krieg fordere patriotische Opfer. Doch während zahllose, oft mittellose Ehepaare ihre goldenen Eheringe in die kaiserliche Waagschale warfen, im Glauben, damit die Kämpfer an der Front zu finanzieren, bekam zeitgleich der Bau des Potsdamer Schlosses Cecilienhof als Liebesnest für Kronprinz Wilhelm, später ein glühender Anhänger der Nazis, neue Priorität. Wurden die gerade erst begonnenen Arbeiten mit Kriegsbeginn 1914 zunächst eingestellt, kam nun das mit 1,5 Millionen Reichsmark kalkulierte Bauvorhaben im Zenit des Kriegs 1917 zur Vollendung. Dem Gold der braven Bürger sei Dank.

Bei solcher Historie fehlt den Hohenzollern auch nicht die Chuzpe, in diesem Schloss vom Staat kostenfreies Wohnen einzufordern. Und noch ganz viele andere Dinge mehr.

Der Berliner Senat hat 2018 eine Ermittlereinheit für Clankriminalität ins Leben gerufen. Sie wird in der Tat gebraucht.


HaSe