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Schäferstege/Bahnhofstraße: Viel Verkehr in Blankenburg.

extraDrei

Blankenburger Süden: Nägel mit Köpfen

Komplexe Probleme löst man üblicherweise, in dem man sie in weniger komplexe Sachverhalte zerlegt, für die, einzeln betrachtet, mit wenigen Entscheidungen Lösungen möglich sind. In Berlin funktioniert es genauso nicht. Hier sucht man, gerade im Verkehrsbereich, jahrzehntelang nach der “eierlegenden Wollmilchsau” und macht solange –nichts.

Natürlich ist es verständlich, dass die Anwohnerinnen und Anwohner an der Nord-Ost-Achse zwischen Buch und Heinersdorf eine “Paketlösung” ihrer Verkehrsprobleme erwarten. Aber die “Verkehrslösung Heinersdorf” oder die “Verkehrserschließung für den Blankenburger Süden” können das, für sich betrachtet, nicht leisten. Anzustreben ist vielmehr, dass sie sich zu einem späteren Zeitpunkt mit anderen Teillösungen, von denen man teilweise heute nur eine vage Vorstellung hat, zu einem organischen Ganzen zusammenfügen. In diesem Sinne haben - auf Initiative der Linken - die Linksfraktion und die SPD-Fraktion gemeinsam Anträge in die letzte Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht, um die verkehrlichen Nadelöhre zwischen Heinersdorf und Blankenburg anzugehen, für die zum Teil seit dem Jahr 2006 unumstrittene Lösungen vorliegen.

Dies betrifft zum einen die Netzelemente 1, 2 und 4e der Verkehrslösung Heinersdorf, zum anderen die Blankenburger Bahnhofstraße und in diesem Zusammenhang auch den letzten Abschnitt der M2-Verlängerung zum Bahnhof Blankenburg. Hier soll vor allem die Straßenbahn als Anlass genommen werden, entlang der Bahnhofstraße eine gemeinsame Bus- und Straßenbahnspur neben der Bahnhofstraße zu bauen, um den Öffentlichen Verkehr vom Motorisierten Individualverkehr zu entkoppeln und so die Busse von und nach Niederschönhausen nicht mehr im Stau stehen zu lassen. Dafür sind schon heute sowohl die Bahn- als auch die Autobahnbrücke am Bahnhof Blankenburg aufzuweiten. Obendrein hat eine solche Trassenführung den Vorteil, dass sie den Eingriff in die Anlage Blankenburg auf ein Minimum beschränkt. Und gleichzeitig öffnen sich Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Straßenbahnnetzes sowohl nach Westen zur Pasewalker Straße hin, als auch nach Osten Richtung Malchow.

Zur Wahrheit an dieser Stelle gehört aber auch, dass derzeit keiner praktikable Vorstellungen für eine Verlängerung der Straßenbahn ins Zentrum des denkmalgeschützten Bauensembles des Straßenangerdorfes Blankenburg hinein hat. Außer der CDU, die in der BVV-Debatte Haare in der Suppe suchte und - natürlich - die U-Bahn fand. Den Bewohnerinnen und Bewohnern des Märkischen Viertels war seit Anfang der siebziger Jahre eine U-Bahn versprochen worden, die es bis heute nicht gibt. Es kann doch niemand ernsthaft glauben, dieses perfide Spiel im Nordosten der Stadt wiederholenzu können, und DIE LINKE würde dabei auch noch mitmachen. Die derzeitige U-Bahn-Debatte in Berlin ist als x-te Wiederholung immer noch von Demagogie, vor allem aber von Unkenntnis geprägt. Einziger Vorteil: Man kann nächsten 30 bis 50 Jahre auf die LINKEN einprügeln, sie würden Wohnungsneubau verhindern. Habt ihr euch so gedacht...


Wolfram Kempe
Bezirksverordneter

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