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Protest gegen die Zerschneidung der Anlage Blankenburg mit einer Straße und einer Tram.

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Blankenburger Süden: Ein neues Wohngebiet nimmt Gestalt an

Zwischen Heinersdorf und Blankenburg soll in den kommenden Jahren ein gemischtes und lebendiges Stadtquartier entstehen: der sogenannte „Blankenburger Süden“. Die ersten Bewohner*innen sollen 2030 einziehen.

Seit 2016 wurden vorbereitende Untersuchungen durchgeführt und eine „finale Testplanung“ entwickelt. Daraus ergibt sich ein Bild, wie das neue Stadtquartier aussehen könnte. Für den Senatsbeschluss am 20. Juli dieses Jahres wurde aus dieser Rahmenplanung ein Struktur- und Nutzungskonzept abgeleitet, welches das Areal strukturell definiert und Nutzungen im Raum anordnet. Auf ca. 150 Hektar, das sind mehr als 200 Fußballfelder, sollen 5.000 bis 6.000 Wohnungen gebaut werden, aber auch Schulen, Kitas, Grün- und Gewerbeflächen sowie soziale und kulturelle Einrichtungen entstehen.

Gemäß den Empfehlungen aus dem Werkstattverfahren sind auf dem ehemaligen Rieselfeld überwiegend Wohnnutzungen vorgesehen. Dabei nehmen die Dichte und Höhe der Bebauung von der Mitte zu den Rändern ab. Dadurch soll sich der neue Stadtteil mit bestehenden Nachbarschaften verbinden. Entlang der neuen Straßenbahntrasse von Heinersdorf zum S-Bahnhof Blankenburg und der Hauptverkehrsstraße wird eine dichtere und höhere Bebauung angestrebt. Eine lebendige Mischung aus Versorgung und sozialer Infrastruktur, städtischen Wohnformen und Arbeitsplätzen.

lm Nordosten und im Süden werden gewerbliche Bauflächen vorgesehen. Die enge Verschränkung von Wohnen, Gewerbe und Naherholung soll möglichst viele Fahrten durch und in die Stadt überflüssig machen. Sie soll Kreisläufe ermöglichen, die eine lokale Versorgung mit Strom, Wasser und den Dingen des täglichen Lebens erleichtern sowie eine ressourcenschonende Produktion und intensiven sozialen Austausch mit umweltverträglicher Mobilität fördern.

Zwei Doppelschulstandorte werden gebaut: im Westen an der Heinersdorfer Straße und im Norden im Übergang nach Blankenburg. Diese Schulen werden mit das erste sein, was die Blankenburger*innen vom neuen Quartier mitbekommen und den Kindern den Schulweg verkürzen.

Die Grün- und Freiräume im neuen Stadtquartier erstrecken sich in Nord-Süd-Richtung von Blankenburg zum Schmöckpfuhlgraben. Hier sind Klein- und Gemeinschaftsgärten, Freizeit- und Erholungsangebote sowie Spiel- und Sportflächen vorgesehen. Neue Waldflächen sollen der Erholung dienen und bei Starkregen überschießendes Wasser im Gebiet halten.

Im Konzept werden auch Projekte außerhalb des Fokusraums dargestellt: die Fläche der ,,Alten Gärtnerei" in Heinersdorf, das Umfeld des S-Bahnhofs Blankenburg, Grün- und Freiflächen sowie Erschließungskorridore, die die bestehenden Verkehrsprobleme beheben sollen und für die Anbindung des neuen Stadtquartiers erforderlich sind.

Leider antizipiert das Strukturkonzept noch nicht unsere besseren Vorschläge zur Anbindung an den Bahnhof Blankenburg. Zu sehr wird noch an den alten Planungen der Tangentialverbindung Nord gehangen und eine Schneise durch die Erholungsanlage Blankenburg geschlagen. Dass man damit auch Alt-Blankenburg von den neuen Angeboten des Öffentlichen Personennahverkehrs abkoppelt, halten wir für nicht vertretbar.


Fred Bordfeld
Bezirksverordneter