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U Eberswalder Straße: U 2 nach Pankow

extraDrei

Bescherung mit der CDU: Keine Verkehrslösung für den Pankower Nordosten

Dass Weihnachtszeit ist, erkennt man neuerdings daran, dass es kurz nach dem Ende der Sommerferien Lebkuchen in der Kaufhalle gibt. Oder man lässt sich von der CDU erklären, wie sie die Verkehrsprobleme im Norden Pankows lösen will.

Das »zukunftsweisende« Konzept, das die CDU diesmal auf den Gabentisch legt, stammt in wesentlichen Teilen aus dem im Jahr 1955 in Westberlin erarbeiteten »200-km-Plan« der U-Bahn. Der ging davon aus, den schmuddligen öffentlichen Verkehr unter die Oberfläche zu verbannen, um oberirdisch Platz zu schaffen für die schicken neuen Nachkriegsautos.

Herzstück dieses »CDU-Konzeptes« ist – man ahnt es – der Bau der sogenannten »U10 Ost« vom Alexanderplatz nach Karow und weiter bis Buch, eine Verlängerung der U2 nach Buch und – Überraschung – ein Autobahnanschluss für Karow und Buch an die A 10. »Zukunftsweisend«– na schau‘n wir mal.

Die Debatte um den Autobahnanschluss wurde 2014 mit einer aufwändigen Variantenuntersuchung beendet, die - neben technischen und rechtlichen Hindernissen - auch den verkehrlichen Unsinn nachwies.

Die Referenz für modernen U-Bahn-Bau in Berlin ist die U5-Verlängerung. Die 2,2 km lange Strecke soll nach 25 Jahren fertig sein. Ein Kilometer U-Bahn kostet nach Zahlen des Senates derzeit 350 Millionen Euro. Rechnet man das auf die 11,4 km bis Karow um und ist großzügig, kommt die U-Bahn in Karow zwischen 2100 und 2120 an und wird acht bis zwölf Milliarden Euro verschlungen haben – wenn man morgen anfängt. Man erklärt den Leuten also, dass ihre Enkel – vielleicht – eine Verkehrsanbindung haben werden. Das nenne ich wirklich zukunftsweisend. Danke, CDU.   


Wolfram Kempe
Bezirksverordneter