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A. Lourie/wiki
Nach einem türkischen Luftangriff auf die syrische Grenzstadt Ras al-Ayn am 11. Oktober

extraDrei

Beispielloser Verrat: Trump lässt seine Verbündeten im Norden Syriens im Stich

Es kam, wie es nicht hätte kommen dürfen. Nur kurz nach dem von US-Präsident Donald Trump befohlenen Rückzug amerikanischer Soldat*innen aus dem Norden Syriens marschierten türkische Truppen und ihre Verbündeten in das Land ein. Ihr erklärtes Ziel ist die Einrichtung einer mehr als 500 km langen und bis zu 30 km tiefen »Sicherheitszone« in dem mehrheitlich von Kurd*innen bewohnten Gebiet. Der Einmarsch ist ein eindeutiger Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen und des Völkerrechts. Es droht gar eine ethnische Säuberung, denn die Türkei plant die Vertreibung der kurdischen Bevölkerung und die Ansiedlung von arabischen Kriegsflüchtlingen.

Wie verzweifelt die Lage für die dortigen Menschen ist, zeigt die Bitte der kurdischen Selbstverwaltungskräfte an den an diversen Kriegsverbrechen beschuldigten syrischen Präsidenten Assad und seinen Verbündeten Russland um Unterstützung. Der Europavertreter der demokratischen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens Ahmed Sheikho berichtete in unserer Fraktion von 200 getöteten und 600 verletzten Zivilist*innen. Insgesamt seien 400.000 Menschen auf der Flucht vor Erdogans Soldaten und seinen islamistischen Alliierten.

Der Rückzug ist ein beispielloser und ehrloser Verrat Trumps an den kurdischen Volksverteidigungseinheiten der YPG, die als US-Verbündete einen zentralen Anteil an der Niederschlagung des Terrorregimes des Islamischen Staats und an der Befreiung der versklavten Jesidinnen hatten. Tausende der Soldat*innen der YPG sind in diesem Kampf gestorben. Auch für uns.


Stefan Liebich
Mitglied des Bundestages


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