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extraDrei

Ausverkauf der Mieterstadt

Zwischen 2015 bis 2019 wurden in Berlin über 72.600 Miet- in Eigentumswohnungen umgewandelt, davon über 9.200 in Pankow. Das ergab eine Anfrage der linken Abgeordneten Gaby Gottwald gegenüber der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Während 2019 in vielen Bezirken die Anzahl der genehmigten Umwandlungen zurückging, verdoppelte sich in Pankow die Anzahl. 1.646 Mietwohnungen sind letztes Jahr in Pankow in Eigentum umgewandelt worden.

Am ärgsten betroffen sind dabei der Helmholtzplatz, der Teutoburger Platz, das Bötzowkiez und der Arnimplatz. Hier wurden die meisten Wohnungen dem Mietenmarkt entzogen. Aber die Verdrängung macht auch vor Weißensee keinen Halt. Rund um die Langhansstraße und im Komponistenviertel sind die Umwandlungszahlen 2019 sprunghaft angestiegen.
Ursache dafür ist eine bundesgesetzliche Vorschrift im Baugesetzbuch: Wenn sich ein Eigentümer verpflichtet, sieben Jahre nach der Umwandlung der Miet- in eine Eigentumswohnung den Mieter*innen die Wohnung zum Verkauf anzubieten, muss die Umwandlungsgenehmigung erteilt werden. Fast alle Umwandlungen werden hierauf gestützt. Doch tatsächlich erwerben nur 0,3 Prozent der Mieter*innen. Daher muss dieses Schlupfloch weg. Bisherige Versuche, die Vorschrift zu streichen und damit dem Ausverkauf der Mieterstadt ein Ende zu bereiten, scheiterten jedoch im Bund.


Sandra Brunner


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