Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Verdichtung

Wohnungsneubau inklusive Dachausbau und Aufstockungen in bestehenden Wohnquartieren sind grundsätzlich zu unterstützen. Beides ist unter wohnungs- und stadtwirtschaftlichen Aspekten, aber auch ökologisch und sozial vorteilhaft gegenüber einer Ausdehnung der Siedlungsflächen am Stadtrand. Bislang unbebaute Frei- und Grünflächen im Außenbereich weniger zu versiegeln und in Anspruch zu nehmen, ist für das Stadtklima und die urbane Pflanzen- und Tierwelt von existenzieller Bedeutung. Außerdem erfordert die Ausweitung der Wohnbebauung an den Stadträndern hohe Erschließungsinvestitionen und sie erzeugt mehr Verkehr. Neue kommunale und preisgünstige Wohnungen werden daher in den Aufwertungsquartieren der inneren Stadt gebraucht.

Eine nachträgliche Verdichtung bestehender Wohnquartieren kann gleichwohl nur behutsam und mit Augenmaß erfolgen. Sie darf nicht zur Beschädigung der Lebens- und Wohnqualität in den bestehenden Wohnanlagen führen. Städtebauliche Konzepte aus der Errichtungszeit sind zu bewahren und - wo möglich - respektvoll fortzuentwickeln. Das gilt insbesondere für die Wohnanlagen „Nachkriegsmoderne“ in der Tradition des Bauhauses. Deren Frei- und Grünanlagen sind oft funktionaler Bestandteil der Wohnanlage und konstituierend für deren Qualitäten.

Die zusätzliche Wohnbebauung muss gute und gesunde Wohnverhältnisse für alle sichern und den zukünftigen Anforderungen, die sich aus den Umwelt- und Klimaveränderungen ergeben, gerecht werden. Frei- und Grünflächen mit ihren alten Baumbeständen sind zu erhalten und aufzuwerten. Bei einer zwingend erforderlichen baulichen Inanspruchnahme von Grünflächen ist angemessener Ausgleich im Wohngebiet zu schaffen. Eine entsprechend leistungsfähige öffentliche Infrastruktur ist Voraussetzung für eine Verdichtung der Wohnbebauung.

Bei der Planung, Entwicklung und Ausführung der Bauvorhaben ist eine tatsächliche Mitwirkungsmöglichkeit der Mieter*innen und Anwohner*innen der bestehenden Wohnanlagen zu gewährleisten. Der Partizipationsprozess soll frühzeitig beginnen und ist transparent und ergebnisoffen zu gestalten.

Dein Hinweis zu diesem Textbaustein?

Kommentar

Anmerkung