Neu im Kiez: Der Marion-Seelig-Platz

Manche Dinge dauern in Pankow leider etwas länger, aber immerhin war am Ende die Bezirksbürgermeisterin persönlich dabei. Und nicht nur sie: Zur Namensgebung für den Platz an der Bötzoweiche kamen rund 80 Teilnehmer*innen sowie die Familie von Marion Seelig. Seit zehn Jahren hatte der „Freundeskreis Marion-Seelig-Platz“ für die Benennung gekämpft. Auf dem Platz lädt Die Linke jedes Jahr zur Maifeier ein. 

Marion Seelig saß für Die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus. Doch der Weg dorthin war nicht eben geradlinig. Seit ihrer Jugend gehörte sie zur DDR-Opposition, war in Kirchenkreisen aktiv und erzog drei Kinder zu internationaler Solidarität und aufrechtem Gang. In der bewegenden Rede ihrer Tochter Sarah wurde das besonders greifbar. Nach der Wende vertrat sie die Vereinigte Linke am Runden Tisch der DDR. Über zwei politische Systeme hinweg setzte sie sich für Frieden, Demokratie und Menschenrechte ein. Seit 2007 kämpfte sie zusammen mit vielen anderen für den Erhalt der Kurt-Tucholsky-Bibliothek und wurde Mitglied des Vereins Pro Kiez Bötzowviertel e. V.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2026 wurde nun der südliche Eingang des Bötzowkiezes nach der 2013 mit nur 60 Jahren verstorbenen Journalistin und Politikerin benannt. Vor der Enthüllung des neuen Straßenschildes sang ihre Enkelin, begleitet von ihrem Opa, ein bewegendes Lied für sie und alle Freund*innen und Gäste.

Anka Stahl, Pro Kiez Bötzowviertel e. V.