Energiearmut wächst
Allein in Pankow wurde im letzten Jahr mindestens drei Haushalten pro Tag der
Strom gesperrt. Die Sperren von Strom- und Gasanschlüssen steigen in den letzten Jahren kontinuierlich an. Die Folgen erhöhter Energiepreise werden immer deutlicher.
Dass die Lebenshaltungskosten ebenfalls gestiegen sind, verstärkt das Ganze; und die Grundsicherung hat sich nicht entsprechend entwickelt. Insgesamt wurden 2025 in Berlin 13.198 Gas- und Stromsperren verhängt, das sind durchschnittlich 36 pro Tag.
Energiesperren sind ein deutliches Zeichen, wie sehr die Energiepreise die
finanziellen Spielräume einschränken. Sie sind die Spitze des Eisbergs der hohen
Preise und häufigen Nachzahlungen, die inzwischen zur massiven Belastung
geworden sind.
Energie gehört zum Grundbedarf für ein menschenwürdiges Leben. Ohne Strom gibt es kein Licht, kein warmes Essen, keine Kommunikation, oft keine Heizung. Daher müssen Strom- und Gassperren verboten werden. Das Mindeste wären das Einführen einer Genehmigungspflicht und die behördliche Prüfung. Nur so kann sichergestellt werden, dass schutzbedürftigen Haushalten mit Kindern, Schwangeren sowie Kranken nicht die Energie abgestellt wird und Sozialbehörden und Jugendämter rechtzeitig aktiv werden. Auch gestaffelte Strompreise mit einem preisgünstigen Grundkontingent können dazu beitragen, Energiearmut zu reduzieren.
In Berlin müssen die Beratungsangebote endlich langfristig abgesichert werden, z. B. bei der Verbraucherzentrale und bei der Caritas.
Hier gibt es Informationen und Hilfe bzgl. Ihrer Energiekosten: Beraterinnen der
Caritas helfen beim Energiesparen (www.stromspar-check.de). Bei Schulden oder drohender Sperre der Energie berät die Verbraucherzentrale kostenlos (030/214 85-202, www.verbraucherzentrale-berlin.de)
Philipp Bertram, Sprecher der Linksfraktion für Energie und Betriebe im
Abgeordnetenhaus von Berlin
