Wiedereinführung des Wehrdienst: Nichts aus der Vergangenheit gelernt!

Am 5. Dezember 2025 hat die schwarz-rote Regierung im Bundestag das „Wehrpflicht-Modernisierungsgesetz“ verabschiedet und damit ab dem 1. Januar 2026 den Wehrdienst wieder eingesetzt. Das Problematische an diesem Vorgehen ist, dass die Betroffenen komplett beim Prozess der Entscheidungsfindung – mal wieder – unter den Tisch gefallen sind. Das ist aber ein altbekanntes Muster, für welches wir die deutsche Gesetzgebung schon in der Vergangenheit kritisiert haben. Zumeist wird in irgendwelchen Gremien und Ausschüssen über die Köpfe der Betroffenen hinweg regiert. Wenn man aber die Betroffenen dieses Wehrdienstes fragt, zeigt sich, dass ein großer Teil dieser den Wehrdienst ablehnt. So streikten zum Beispiel 50.000 Schüler*innen am 05.12.2026 gegen den Wehrdienst. Aber wer sind diese Betroffenen des Wehrdienstes?

Laut Gesetz gelten alle Jahrgänge, die 2026 oder später 18 Jahre alt werden, als vom Wehrdienst betroffen. Das sind Schüler*innen, Auszubildende und Studierende, die mit ihrem Leben anderes vorhatten, als im schlimmsten Fall an einer Front für den Idealismus anderer sterben zu müssen. Diese jungen Menschen verlassen sich auf uns als Gesellschaft, dass wir jetzt die Initiative ergreifen und wirkliche friedensorientierte Politik von Links statt eines Kriegsdienstes umsetzen.

Wir als Linkspartei sagen ganz klar darüber hinaus: Wir sind gegen jede Form von Zwangsdiensten. Zum einen, weil derartige Zwangsdienste, wie beispielsweise ein Zivildienst, für eine arbeitgebende Person kaum einen Anlass geben, die realen Arbeitsbedingungen für echte Mitarbeitende zu verbessern, wenn sie immer auf preiswertere Zwangsarbeit zurückgreifen kann. Zum anderen kommt es auch zur Beeinträchtigung der persönliche Freiheit der Betroffenen. Die wenigsten Jugendlichen wachsen mit dem Traum auf, einmal im Ernstfall für Deutschland töten und sterben zu wollen. Denn genau auf diesen Ernstfall arbeiten wir mit einem Kriegsdienst hin. Historisch gesehen war es stets die Aufrüstung, mit welcher eine Militarisierung der Zivilgesellschaft einherging. Eine solche Aufrüstung führt immer zu der Aufrüstung anderer Staaten und damit zu einem sinnlosen Wettrüsten. Ein gutes Beispiel ist das letzte Jahrhundert, in welchem mehr Menschen in Kriegen gestorben sind als in allen zuvor. Die Menschheit hat damals mehrfach in den Abgrund der absoluten Vernichtung gesehen und es ist absoluter Wahnsinn, diesen Weg erneut gehen zu wollen.

Joschua Giese, Schüler, Linksjugend ['solid] Pankow