Paketboten am Limit
Für die rund 135.000 Paketzustellerinnen und Paketzusteller in Deutschland war die hinter uns liegende Weihnachtszeit die härteste Zeit des Jahres. Aber nicht nur in dieser Zeit liefert ein Zusteller am Tag bis zu 300 Sendungen aus, und einzelne Lieferungen können bis zu 70 Kilogramm wiegen. Entsprechend hoch ist das Risiko von Überlastung und Verletzungen.
Zugleich ist die Branche von intransparenten Subunternehmerketten durchzogen. Der Anteil am Personal, das zwar im Namen der großen Paketunternehmen unterwegs, aber gar nicht direkt bei diesen angestellt ist, liegt häufig bei über 50 Prozent, teils sogar bei bis zu 100 Prozent. Illegale Praktiken sind hier an der Tagesordnung. Nicht selten wird dabei Lohn vorenthalten. Selbst der Mindestlohn wird häufig unterlaufen, und auch der Arbeitsschutz wird oftmals ignoriert.
Deshalb setze ich mich schon lange mit meiner Fraktion Die Linke im Bundestag dafür ein, Paketzustellerinnen und Paketzusteller besser zu schützen: Subunternehmerstrukturen müssen bei der Zustellung endlich verboten werden. Nur so können hier Kontrollen überhaupt greifen und Arbeitsrechte durchgesetzt werden. In der Fleischindustrie ist es so bereits gelungen, den in Teilen mafiösen Praktiken in Subunternehmerketten das Handwerk zu legen.
Klar ist auch: Es muss endlich festgeschrieben werden, dass Pakete über 20 Kilogramm nur noch von zwei Personen zugestellt werden dürfen, statt wie bisher häufig allein von einer Person. Denn nur so kann verhindert werden, dass die Paketzustellung weiter zu Lasten der Gesundheit der Paketzustellerinnen und Paketzusteller geht.
Pascal Meiser, Mitglied des Deutschen Bundestags

