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Spendenmarkt für die Ukraine auf dem Abenteuerspielplatz Kolle 37
Spendenmarkt für die Ukraine auf dem Abenteuerspielplatz Kolle 37 in der Kollwitzstraße

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Ehrenamtliche sind eine große Hilfe

Interview mit Nina Tsonkidis, Beauftragte für Partizipation und Integration im Bezirksamt Pankow
 

Wie viele Geflüchtete aus der Ukraine werden derzeit in Pankow betreut bzw. haben eine Unterkunft gefunden?

Das lässt sich nur schwer beziffern. Da Menschen aus der Ukraine sich frei in der EU bewegen dürfen, besteht zunächst keine Notwendigkeit der Registrierung. Erst die Registrierung bzw. die Antragstellung auf Sozialleistungen machen den Aufenthalt und die Unterbringung für die Verwaltung sichtbar. Was wir jedoch sicher sagen können, ist, dass bereits über 2.200 Bedarfsgemeinschaften einen Antrag auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz im Sozialamt Pankow gestellt haben.

Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen das Bezirksamt und seine Institutionen und insbesondere Sie als Beauftragte für Partizipation und Integration?

Wir stehen vor der Herausforderung, innerhalb kurzer Zeit eine große Zahl an Menschen beraten und versorgen zu müssen. Die personell ohnehin unterbesetzten Ämter haben hier in den vergangenen Wochen wirklich großartige Arbeit geleistet. Gleichzeitig wissen wir nicht, wie viele Menschen aus der Ukraine derzeit wirklich in Pankow leben, weil sie privat untergekommen sind. Das ist ein gravierender Unterschied zu 2015 und erschwert den Kontakt zur Zielgruppe. Für uns im Integrationsbüro ist es sehr wichtig, alle zugewanderten Menschen gleich zu behandeln. Wir müssen es also schaffen, einerseits den Ankommensweg der Menschen aus der Ukraine zu begleiten und zu unterstützen und andererseits auch die anderen Zielgruppen und Themen im Blick zu behalten. Da wir jetzt eine Person mehr im Integrationsbüro sind, bin ich aber zuversichtlich, dass wir hier eine gute Balance finden werden.

Finden alle ukrainischen Kinder einen Schulplatz?

Das ist das Ziel. In Pankow gibt es mehr Schüler*innen als Schulplätze, die Situation war bereits vor dem Krieg angespannt. Im Moment eröffnen jedoch viele neue Willkommensklassen. Und auch Regelklassen haben bereits ca. 80 Kinder aus der Ukraine aufgenommen. Unsere Schulverwaltung ist jetzt bemüht, öffentliche Räumlichkeiten zu finden, in denen Unterricht stattfinden kann, zum Beispiel in Jugendfreizeiteinrichtungen oder Bibliotheken.

Welchen Anteil haben freiwillige Helferinnen und Helfer an der Bewältigung der Situation?

Ganz ehrlich: Ohne die Ehrenamtlichen hätten wir das alles nicht stemmen können. Die Bezirksverwaltung hat Hand in Hand mit den freiwilligen Helfer*innen zusammengearbeitet, insbesondere im Sozialamt waren sie eine riesige Unterstützung. Darüber hinaus sind neue Beratungsprojekte entstanden, Möglichkeiten der Kinderbetreuung und Freizeitangebote wurden geschaffen, Sprachmittlung angeboten, save spaces zur Verfügung gestellt, Spendenaktionen initiiert etc. Die Pankower*innen leisten hier wirklich Großes.

Wo gibt es besonderen Bedarf für Unterstützung durch Firmen oder Privatpersonen?

Das kann Ihnen zum Beispiel die Freiwilligenagentur Pankow sagen. Dort werden Angebot und Nachfrage gematcht. Einfach melden und Unterstützung anbieten.