DIE LINKE. Bezirksverband Pankow
Newsletter 30 Jahre Kommunalpolitik – Danke Michael van der Meer!

 

6. Mai 1990 – die ersten demokratischen Kommunalwahlen in der DDR.

Die PDS wird mit rund 23 Prozent zweistärkste Kraft in Prenzlauer Berg.

Michael van der Meer wird zum Abgeordneten der Stadtbezirksversammlung Berlin-Prenzlauer Berg gewählt.

Einen Tag später konstituiert sich die Stadtbezirksversammlung.

Unser Genosse Michael ist mit dabei. Und das seit 30 Jahren. Es ist kaum zu fassen.

30 Jahre Kommunalpolitik - Danke Michael.

 

Als Bezirksvorsitzender der PDS Prenzlauer Berg hast Du aktiv den Wandel zu einer demokratisch-sozialistischen Partei gestaltet.

Den aufrechten Gang zu erlernen und zu gehen ist Dir eine Herzensangelegenheit.

1991 wurdest Du Vorsitzender der PDS-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Prenzlauer Berg.

Gegenwind gabs für Dich und die PDS eine Menge.

1994 – Stefan Heym gewinnt für die PDS gegen Wolfgang Thierse (SPD) das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Mitte-Prenzlauer Berg. Die Rede von Stefan Heym als Alterspräsident im Bundestag bewegend, beschämend das Verhalten der CDU, die diesem großen Mann der Zeitgeschichte den Beifall verweigerte.

 

1998 – Die Parteispitze versucht, einen ehemaligen Flottillenadmiral als Nachfolger für Heym im Bundestagswahlkreis Mitte-Prenzlauer Berg durchzusetzen.

An der Basis rumort es heftig. Petra Pau geht ins Rennen. Und gewinnt. Gegen Thierse. Und mit Unterstützung der PDS Prenzlauer Berg.

Später nach der nervenaufreibenden Bezirksfusion – im Jahr 2000 – wirst Du, lieber Michael,  auch Vorsitzender der PDS-Fraktion in Pankow. Das Zusammenwachsen der drei Altbezirke Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee braucht seine Zeit.

 

2001 ist die PDS stärkste Kraft und stellt im neuen Großbezirk den Bürgermeister.

2002 – Die PDS fliegt aus dem Bundestag. Diesmal reicht es auch nicht zum dritten Direktmandat.

Bittere Zeiten brechen an, auch innerparteiliche Abrechnungen.

 

2005 folgt der gemeinsame Wahlantritt von PDS und WASG, der Wiedereinzug in den Bundestag gelingt.

Im Folgejahr verliert die Berliner PDS unter rot-rot erheblich bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und den BVV. Auch in Pankow stellt sie nicht mehr den Bürgermeister.

2007 gründet sich DIE LINKE. Zwei Jahre später fährt sie ein sehr gutes Bundestagswahlergebnis ein. Stefan Liebich gewinnt Pankow, Thierse verliert abermals.

 

Und noch mal zwei Jahre später im Jahre 2011 ist die Berliner LINKE von den Wähler*innen geschrumpft.

Sparen bis es quietscht, ein abgehängter öffentlicher Dienst, der GSW-Verkauf und unterfinanzierte Bezirke waren die Quittung für zehn Jahre Sparpolitik.

Michael hat als Fraktionsvorsitzender die verheerende Wirkung auf den Bezirk immer thematisiert. Unbequem, nie nachlassend.

Bis 2016 hast Du, lieber Michael, die Linksfraktion in der BVV Pankow geleitet. Jetzt bist Du Vorsteher und leitest die Geschicke der BVV.

 

Für diese 30 Jahre wollen wir Dir aufrichtig Danke sagen.

Danke für Deinen Mut, Deine Ehrlichkeit, Deine viele Ideen und Engagement für eine linke Kommunalpolitik.

Bleib gesund. Wir freuen uns auf viele weitere Jahre mit Dir in der LINKEN.

In den drei Jahrzehnten bis Du vielen Menschen begegnet.

Einige der Mitstreiter*innen kommen hier heute nachfolgend zu Wort.

 

Günter Bärwolff

 

Bezirksverordneter der PDS von 1990 bis 2002, davon viele Jahre als Vorsteher und Stellvertretender Vorsteher:

„War das nicht ne herrliche Zeit, jeder war zum Aufruhr bereit, plötzlich war es allen klar, wo da was zu rühren war, wo da was zu wenden war..."

Diese Zeilen aus dem Herbstlied von der Blues-Band Engerling beschreiben die Stimmung im Frühjahr 1990, wo ich vom Kollwitzplatz aus in die Bezirksverordnetenversammlung Prenzlauer Berg gewählt oder auch geschickt wurde, sehr treffend. Michael kam vom Arnimplatz. Gerade in der damaligen Zeit, wo wir als PDS-Vertreter oft übelst unqualifiziert beschimpft wurden, hat Michael mit seiner Redegewandtheit, seinem umfassenden Wissen zur Geschichte der unterschiedlichen deutschen Staaten des 20. Jahrhunderts und seiner linken Gesinnung die Schreier oft verstummen lassen. Das hinderte ihn aber auch nicht daran, unsere Vergangenheit als SED-Nachfolger kritisch und auch einsichtig zu hinterfragen. Diese Eigenschaften wurden in den 90ern auch immer mehr von den anderen Fraktionen der BVV und dem Bezirksamt geschätzt. Ich denke das ist auch noch heute so.

Michael, ich wünsche Dir weiterhin alles Gute, sowohl privat (gesundheitlich!), als auch für eine engagierte linke Kommunalpolitik im Bezirk, der doch besser "NO 55" oder "3. Bezirk" als Pankow als Namen verdient hätte.

 

Thomas Nord

 

Ehemals 2. Sekretär der FDJ-Kreisleitung Prenzlauer Berg, PDS-Vorsitzender Prenzlauer Berg, jetzt Mitglied des Bundestags:

Michael van der Meer gehört zu den besten Menschen, die ich 1990 kennenlernen durfte. In einer harten Zeit entschieden wir uns mit anderen für den aufrechten Gang. Er hat sehr großen Anteil, dass daran im Bezirksverband Prenzlauer Berg in schwersten Auseinandersetzungen festgehalten wurde.

Micha steht für Gradlinigkeit, Beharrlichkeit, Konsequenz und Klugheit.

Respekt und Glückwunsch zum Jubiläum.

 

Udo Wolf

 

Früher im Landesvorstand der PDS und DIE LINKE. Berlin, jetzt Vorsitzender der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus und direkt gewählt in einem Pankower Wahlkreis:

Lieber Micha!

30 Jahre BVV und 30 Jahre kennen wir beide uns nun persönlich. Die Erneuerung der PDS, die Geschichtsdebatten, die Diskussionen über das, was demokratischen Sozialismus ausmacht, aber vor allem die harten Diskussionen um Bezirksfinanzen - das haben wir zusammen diskutiert und durchlebt. Ich habe viel von dir gelernt und wir haben eine Menge gemeinsam gelernt!

Danke für Alles - bis hierhin.

Dein Udo

 

Klaus Lederer

 

1995 Bezirksverordneter in Prenzlauer Berg und 2000 Stellvertretender Bezirksvorsitzender der PDS Pankow, ab 2005 Landesvorsitzender, jetzt Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa:

Vor 30 Jahren war alles in Bewegung. Nicht nur für mich war das eine intensive Politisierung. In den Anfangsjahren der PDS war das auch eine Auseinandersetzung um das eigene Erbe, der Kampf um Akzeptanz eines Bruchs mit der SED-Vergangenheit. Harte Auseinandersetzungen fielen zusammen mit dem Erlernen von demokratischem Engagement. Dass ich in dieser Zeit zur PDS fand, hat etwas mit Michael van der Meer und seinen Genoss*innen zu tun, die für uns junge Linke ansprechbar, Partner waren, als es darum ging, unseren 1989/90 eroberten Freiraum zu erhalten. Es folgte eine Zeit engster Zusammenarbeit 1995-99, in der ich viel gelernt habe und der ich noch mehr verdanke, nach der der Kontakt bis heute nie ganz abriss. 30 Jahre BVO Michael van der Meer? Ernsthaft? Gloobste dit? – Wie de Zeit verjeht…

Lieber Michael, großen Dank für dein jahrzehntelanges Engagement für einen solidarischen Bezirk, aber auch für eine ehrliche, geschichtsbewusste Linke und Zukunftsperspektiven bürgernaher, demokratisch-sozialistischer Politik! Meinen tiefen Respekt und ein dickes Dankeschön für deine Hartnäckigkeit, deine Reibungsflächen, deine Verlässlichkeit und deine Freundschaft.

 

Petra Pau

 

1992 bis 2001 PDS-Landesvorsitzende, bis 1998 Mitglied des Abgeordnetenhauses, seitdem Mitglied des Bundestags, heute Bundestagsvizepräsidentin:
 

1998 gewann ich für alle überraschend den damaligen Bundestags-Wahlkreis Mitte-Prenzlauer Berg.

Die Stimmung des Bezirksvorstandes Mitte zu mir war angespannt, die Unterstützung aus Prenzlauer Berg für mich grandios, danke Micha.

 

Tina Pfaff

 

1992 bis 2006 und seit 2016 Bezirksverordnete, lange Jahre stellvertretende Vorsteherin und Vorsteherin der BVV Pankow:

Meine ersten Begegnungen mit Michael van der Meer standen unter keinem guten Stern. Am 6. Dezember 2000 hatten die Bezirksverordneten sich mit knapper Mehrheit für Pankow als Bezirksnamen entschieden, auch mit meiner Stimme. Ich war damals die BVV-Vorsteherin in Pankow. Mir war klar, da kommt noch einiges auf mich zu, das werden sehr anstrengende Wochen.

Seit dieser Zeit habe ich Micha  als einen sehr gradlinigen Menschen kennen und schätzen gelernt, der seiner Überzeugung treu bleibt und sich beharrlich mit seinem Wissen und inhaltlichen Argumenten Gehör verschafft, aber nicht ohne sich auch vorher mit den Argumenten „der anderen Seite" auseinander gesetzt zu haben.

Und für mich persönlich ganz wichtig, Fairness und respektvoller Umgang miteinander gehören ebenso zu seinen prägenden Eigenschaften, wie absolute Zuverlässigkeit.

Heute, fast zwei Jahrzehnte später, sage ich: DANKE lieber Micha für eine so lange vertrauensvolle, freundschaftliche Zusammenarbeit.

 

Burkhard Kleinert

 

1996 Bezirksstadtrat in Prenzlauer Berg, 2001 Bezirksbürgermeister von Pankow und von 2006 bis 2011 Vorsteher der BVV Pankow:

Seit unglaublichen 30 Jahren ist Michael nun für die PDS/ DIE LINKE. in der Pankower Kommunalpolitik unterwegs. Die Hälfte dieser Zeit haben wir gemeinsam erlebt. Eine Zeit, die ich nicht missen möchte, mit vielen Überraschungen, Auseinandersetzungen, Angriffen und Erfolgen.

Michael hat mit einer erkennbar linken Position Kommunalpolitik in Pankow geprägt, sei es in den Auseinandersetzungen um quietschende Haushalte, die Verteidigung kultureller und sozialer Infrastruktur, die Bildung von Zählgemeinschaften und Bezirksämtern unter ungewöhnlichen Voraussetzungen oder im Heinersdorfer Moscheen-Streit. Als Taktiker und Stratege nicht immer von allen gelitten, schätze ich ihn als fordernden, offenen, fairen, zuverlässigen und streitbaren Genossen und Freund.

 

Christine Keil

 

1996 bis 2016 Bezirksstadträtin in Weißensee und Pankow, jetzt Stellvertretende Vorsitzende DIE LINKE. Pankow:

Lieber Micha,

wir haben uns erst rund um die Bezirke-Fusion kennengelernt. Das war in jeder Hinsicht politisch und kommunalpolitisch eine herausfordernde Zeit. Du bist "mein" Fraktionsvorsitzender geworden und hast mich in dieser Funktion bis zum Ende meiner Zeit im Bezirksamt begleitet. Ich erinnere mich besonders an die kritischen Debatten rund um die Schulschließungen bis 2006. Wie soll es bei so schweren Entscheidungen auch anders sein.

Danke für Deinen politischen und kommunalpolitischen Rat.

 

Sören Benn

 

2006 bis 2011 Bezirksverordneter, bis 2016 Vorsitzender DIE LINKE. Pankow, seitdem Bezirksbürgermeister von Pankow:

Michael van der Meer hat diesen Bezirk, diese BVV, diese Fraktion und auch mich nachhaltig geprägt mit seiner von Überzeugung getragenen Unnachgiebigkeit im Bestehen auf demokratischen Verfahrensregeln, mit seiner intellektuellen Redlichkeit und Schärfe, mit seiner Leidenschaft für kulturelle Bildung. Opportunismus, Oberflächlichkeit und Wankelmut sind ihm fremde Eigenschaften.

Er war und ist einer, mit dem man rechnen muss und rechnen kann, wann immer man ihn braucht. Pankow hat diesem Menschen mehr zu verdanken, als es jemals wissen wird.

 
 

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