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16. März 2018 extraDrei

So nicht! Wir müssen reden.

Blankenburger Dorfkirche

Hoch schlugen die Emotionen am 3. März. Senat und Bezirk hatten zur Auftakt-Arena für die öffentliche Beteiligung zur Entwicklung des neuen Stadtquartiers „Blankenburger Süden“ geladen. Ca. 700 Bürger*innen waren gekommen.

Monatelang bereiteten Senat, Bezirk und Planungsbüros gemeinsam mit Bürger*innen aus Blankenburg, Heinersdorf und Malchow den Start in die Öffentlichkeitsbeteiligung vor. Verabredung war die frühzeitige Einbeziehung der Bürger*innen in die Entwicklung der Planungen, statt bereits ausgereifte Pläne zur Debatte zu stellen.

Trotz dieser weitsichtigen Vorarbeit brach sich in der Auftakt-Arena die Empörung immer wieder Bahn. Kurz vorher war bekannt geworden, dass viel mehr Wohnungen - als bislang bekannt - entstehen und die Kleingartenanlagen „Blankenburg und Familiengärten platt gemacht“ werden sollen. Das ist zwar in Bezug auf die vorgestellten drei Entwicklungsvarianten verkürzt. Aber gravierende Umgestaltungen bis zur vollständigen Überbauung von Teilen der Anlagen werden in diesen als möglich dargestellt.

Auch zu anderen wichtigen Themen gab es Fragen und Widerspruch, wie zur Sinnhaftigkeit der geplanten Ost-West-Straßenverbindung (TVN), zur Trassenführung der Verlängerung der M2 nach Blankenburg und zur Lage eines neuen BVG-Betriebshofes. Bebauungsdichte, Wohnungs- und Einwohnerzahl im neuen Stadtviertel östlich der Heinersdorfer Straße sowie die dafür notwendige verkehrliche und soziale Infrastruktur wurden hinterfragt.
Wegen der Aufregung fehlte der Auftakt-Arena die Zeit für die Einzeldiskussion der drei Varianten. Am Ende der fast vierstündigen Veranstaltung blieben zwei Botschaften: Man stehe erst am Anfang und nichts sei festgelegt. Zugleich bekundeten viele Bürger*innen, die alle vorgelegten Varianten ablehnten, ihren Willen zur Fortführung der Gespräche. So nicht! Wir müssen reden.


Dr. Michail Nelken

Mitglied des Abgeordnetenhauses