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Bürgerversammlung fordert Klinikerhalt

Der Bürgerverein Buch hatte gerufen, und viele Bucherinnen und Bucher waren gekommen: Patientinnen und Patienten, Beschäftigte der Poliklinik in Buch, Einwohnerinnen und Einwohner. Sie alle treibt die Drohung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) um, die Poliklinik zu schließen.

Klinik-Geschäftsführer Christian Straub ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er und der Betreiber-Konzern Helios die Klinik erhalten wollen. Er verwies auf die enorme gesundheitspolitische Bedeutung der Einrichtung nicht nur für den Pankower Norden, sondern für das gesamte Einzugsgebiet des ehemaligen Ost-Berlins und des Brandenburger Umland. Fast die Hälfte der rund 350.000 Patientenkontakte pro Jahr sind brandenburgische. Für die Bucherinnen und Bucher ist der Kampf um ihre Klinik nicht neu.
Schon vor 20 Jahren drohte die Schließung, berichtete Alt-Gesundheitssenator Peter Lutter und nur weil es gelang, den Bund zu gewinnen, konnte auch die Poliklinik weiter arbeiten.
Dabei gibt es objektiv keinen vernünftigen Grund, die Klinik zu schließen. Alle wesentlichen medizinischen Disziplinen arbeiten dort zusammen. Die PatientInnen haben kurze Wege, Doppel- und Dreifachuntersuchungen unterbleiben, die Ärztinnen und Ärzte arbeiten gut zusammen. All das, was etliche Gesundheitsreformen immer mal anstrebten, ist dort Realität.Dennoch gibt es erhebliche Problemel. Heute arbeiten 89 Ärzte dort - auf 50 von der KV in die Klinik zugewiesenen Stellen. In Gefahr geriet die Poliklinik, weil Ärzte radiologische Untersuchungen vorgenommen hatten, die es laut Kassenärztlicher Vereinigung nicht gedurft hätten. Nicht etwa wegen ihrer Qualifikation, sondern weil sie die formalen Voraussetzungen niedergelassener Ärzte nicht erfüllten. Da nimmt es nicht wunder, dass die mehr als 100 Besucherinnen und Besucher der Bürgerversammlung aufgebracht sind und der KV Ignoranz und Arroganz vorwerfen.

Der neue Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) verspricht denn auch, mit der KV zu reden. Er will nicht nur versuchen, die  Poliklinik zu retten, sondern auch mit der KV zu einer sinnvollen und gerechten Verteilung der Ärzte-Stellen in Berlin zu kommen. Ich werde ihn beim Wort nehmen und bin auf die Ergebnisse gespannt.

Elke Breitenbach

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