Weg mit dem Thor-Steinar-Laden in Weißensee
Am 28. Oktober eröffnete im Berliner Stadtteil Weißensee das rechte Bekleidungsgeschäft »Tønsberg« in der Berliner Allee 11. Ein Geschäft, welches mit dem Verkauf der bei Neonazis beliebten Marke »Thor Steinar« sein Geld verdient.
Dass dies nicht ohne Proteste und Gegenaktionen bleiben sollte, zeigte sich bereits am Tag der Eröffnung. Zeitgleich mit der Einweihung nahmen trotz kurzer Mobilisierungszeit etwa 100 Menschen an einer Kundgebung gegen den »Tønsberg« teil.
Eine Demonstration am 18. November mit fast 1.000 Teilnehmenden sowie eine sehr gut besuchte Versammlung von Anwohnern und örtlichen Gewerbetreibenden machten deutlich, dass die- ser Laden hier im Bezirk unerwünscht ist. Ein Katalysator für die Proteste dürfte dabei die Tatsache sein, dass vielen Menschen klar ist, dass so ein Laden in der eigenen Nachbarschaft das poli- tische und kulturelle Umfeld über einen längeren Zeitraum verändert. Erfahrungen mit anderen »Thor-Steinar-Shops« zeigen eine Zunahme rechter Gewalt und Propagandadelikte in den betroffenen Stadtteilen. Deshalb gründete sich kurzerhand das »Bündnis gegen Naziläden«. Dieses ist ein Zusammenschluss mehrerer Initiativen, Parteien, Jugendeinrichtungen und engagierten Einzelpersonen, welche sich zum Ziel gesetzt haben, auf das Problem aufmerksam zu machen und dem »Tønsberg« die Anwesenheit so unangenehm wie möglich zu machen.
Dies ist auch nötig, denn solange dem Bezirk und allen Beteiligten von rechtlicher Seite die Hände gebunden sind, diesen Laden kurzerhand zu schließen, bedarf es einer aktiven Öffentlichkeit. An dieser liegt es, die Menschen darüber aufzuklären, mit was für Nachbarn sie es da zu tun haben und ebenso den Druck auf den Vermieter zu erhöhen.
Das einigende Ziel dabei ist und bleibt, dass dieser Laden, sich gar nicht erst festsetzt, sondern am besten sofort wieder zumacht.
Patrick Technau