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Weißensee  

Mehr rechte Vorfälle  

In 2010 kristallisierte sich Weißensee als regionaler Schwerpunkte neonazistischer und rassistischer Aktivitäten in Pankow heraus. Seit längerem ist dieser Stadtteil bekannt für eine nicht organisierte rechtsorientierte Subkultur (Gewaltbereite, Rocker, etc.), die im Sommer unter anderem auf den Wiesen rund um den Weißen See und am Antonplatz anzutreffen ist. Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31.August 2010 registrierte das Pankower Register 31 Vorfälle in Weißensee. 2009 waren es im selben Zeitraum zehn Vorfälle. Insbesondere im Bereich der sogenannten „Anti-Antifa-Arbeit“ - dem systematischen Ausspähen, Bedrohen und Angreifen von vermeintlich linken und alternativen Personen und Projekten durch Neonazis - fanden verstärkt Aktivitäten statt (2010: sechs Vorfälle, 2009: zwei). Vor allem das alternative Kultur- und Bildungszentrum Raoul Wallenberg (KuBiZ), der dort ansässige Jungendklub „Bunte Kuh“ und die darin verkehrenden Personen wurden in den letzten Monaten mehrfach Angriffsziel neonazistischer Bedrohung und gewalttätiger Angriffe. Eine Häufung rechter Propagandadelikte lässt sich auch für das sogenannte Komponistenviertel zwischen Berliner Straße und Jüdischem Friedhof Weißensee sowie den Antonplatz feststellen. Anwohnende berichten vermehrt über neonazistische Aufkleber, Sprühereien, die den Nationalsozialismus verherrlichen, sowie nächtliche Sieg-Heil-Rufe, aber auch rassistische Bedrohungen. Betroffene fühlen sich dabei häufig allein gelassen. Der Anstieg an Vorfällen lässt sich vermutlich unter anderem damit erklären, dass ein Mitglied der inzwischen aufgelösten Kameradschaft Freie Nationalisten Berlin-Mitte in Weißensee wohnt und dort Treffen stattfanden. Inwiefern die Selbstauflösung der Kameradschaft sich auf die rechte Aktivitäten in Weißensee auswirken wird, ist abzuwarten. Die im Ortsteil Aktiven und die Netzwerkstelle [moskito] sind besorgt über diese Entwicklung, die Ausgrenzung und Bedrohung für Menschen bedeutet, die nicht in das rechtsextreme und rechtspopulistische Weltbild passen. Umso wichtiger ist es, Menschen, die von rechtsextremer Bedrohung betroffen sind, oder sich dagegen stellen, zu unterstützen. Wenn Sie in Weißensee wohnen und aktiv werden wollen, Vorfälle beobachten oder selber betroffen sind, melden Sie sich bitte unter

moskito@pfefferwerk.de oder

030 – 443 71 79. Moskito