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Schülerclubs in Gefahr

Einigen Zeitungsmeldungen ist zu entnehmen, dass bestehende Schülerclubs von Schließung bedroht sind. Für Pankow und einige andere Bezirke ist die Gefahr groß. Der Reihe nach. Schülerclubs sind Einrichtungen der Kinder- und Jugendfreizeit an Schulen. Sie werden überwiegend finanziert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Rund 1, 1 Millionen Euro jährlich stellt das Land dafür insgesamt für alle Bezirke seit Mitte der neunziger Jahre zur Verfügung. Die Mittelvergabe erfolgte auf Antrag von Schule und freien Trägern direkt bei der Senatsverwaltung. Auch aus unseren drei Alt-Bezirken wurden Anträge gestellt, so dass es jetzt schon langjährig neun Schülerclubs an neun Pankower Schulen mit einer Finanzierung von 290.000 Euro pro Jahr in Summe gibt. In anderen Bezirken wurden nicht so viele Anträge gestellt und so beträgt die Förderung in Reinickendorf zum Beispiel nur rund 15.000 Euro. Pankow hat mit Abstand die größte Fördersumme aller zwölf Bezirke. Die Fragen der qualitativen Standards der Schülerclubs und der neuen Verteilung der Mittel werden seit mehreren Jahren im Landesjugendhilfeausschuss geführt. Im Ergebnis gibt es jetzt neue Förderrichtlinien, einen Verteilvorschlag für die Mittelvergabe in Abhängigkeit von den Schülerzahlen der 5. bis 10. Klassen im Schuljahr 2012/2013 und eine Antragsfrist bis 30. Juni 2010 für einen Förderzeitraum ab 1. August 2010. Pankow hat nur noch 105.000 Euro Jahresbetrag zur Verfügung und hat damit also 185.000 Euro in die Umverteilung geben müssen. Alle neun Schülerclubs können bei einer solch hohen Mittelkürzung nicht gerettet werden. Ich bin jetzt mit allen Beteiligten und Betroffenen, insbesondere mit den Schülerclubs selbst, in der Abstimmung, um einen Vorschlag zu erarbeiten. Unser Ziel ist es, mit gemeinsamer Anstrengung und Finanzierung soviele wie möglich der vorhandenen Schülerclubs zu erhalten. Die linken Jugendstadträte haben heftig darum gestritten, die Mittelumverteilung auf den nächsten Doppelhaushalt 2012/2013 zu verschieben, um durch bezirkliche Mittel Verluste in der Landeszuweisung ausgleichen zu können. Dafür gab es eindeutig keine Mehrheit im Land.

Christine Keil
Bezirksstadträtin für Jugend und Immobilien