Zurück zur Startseite

Stammtisch

Die K-Frage     

Sonntag um neun Uhr? Treffen im Eisernen Gustav. Nach einem Schluck Bier bzw. Apfelsaft, begann der Disput. Karl holte tief Luft und legte los: „Geht es unseren Politikern zu gut oder ist es Übermut. Ich möchte nur drei echte Überraschungen nennen: Die Bischöfin Frau Käßmann, der brutalstmögliche hessische Aufklärer im Parteispendenskandal Koch und nun noch der Bundespräsident Köhler haben die Segel eingeholt. Wie soll das gewertet werden?“ Meine Ergänzung: „Wir dürfen nicht alle in den gleichen Topf werfen. Frau Käßmann, vor kurzer Zeit berufene Bischöfin, hielt eine beachtenswerte Rede auch zum Krieg in Afghanistan. In bestimmten Kreisen wurden daraufhin Wetten abgeschlossen, dass sie bald aus der Funktion ausscheiden wird. Hochprozentiges wurde zum Stolperstein und das am Steuer.“ Karl: „Sie ist ein Stehaufmännchen und ruft ihre Meinungen unverändert in die Welt. Und der Herr Koch?“ „Meiner Meinung nach, bleibt der sich treu. Er hat seit Beginn seiner Regierungszeit der Wirtschaft gedient und nun wird er sicher für ein höheres Gehalt dort vor Anker gehen. Vorläufer, die einen ähnlichen Weg gegangen sind, gibt es genug.“ „Den Bundespräsidenten konnte ich gut leiden“, so Karl. „Sehr volksnah hat er den Eindruck vermittelt, Deutschland zu dienen. Wie siehst Du seinen Schritt, das Amt zu Verfügung zu stellen?“  Wir holten uns ein Brötchen mit Hackepeter und bestellten die notwendige Ergänzung, Korn mit Eis. „Da bin ich nicht mehr Deiner Meinung. Nach seiner Antrittsrede habe ich ihm einen Brief geschrieben und ihm gratuliert. Nun hat Herr Köhler sich in einem Rundfunkinterview verplappert. Die Berufskritiker und bestimmte Medien zerrissen ihn in der Luft. Sein Fell, es ist zu dünn. Andere Politiker sitzen so was aus. Ein Trost für Dich, er wird nicht, seinem Beruf entsprechend, in einer Bank Unterschlupf suchen, sondern als Pensionär sein jetziges Gehalt weiter genießen können.“ „Aus Erfahrung kenne ich eine solche Häufung von Rücktritten nicht“, so Karl. „Aber die Schwierigkeit, geeignete Personen für verantwortliche Funktionen zu finden, bereitete meinem Betrieb in den Jahren ab 1986 große Schwierigkeiten. Das war ein Zeichen  für die Krise des Sozialismus. Kann die Häufung der Rücktritte vielleicht ähnlich gewertet werden?“ Meine Meinung: „Da die genannten Persönlichkeiten über große politische Erfahrungen verfügen, könnten sie eventuell in der Werkstatt ‚Merkel‘ noch runderneuert werden? Dennoch bereiten uns diese Rücktritte Hoffnung!“ Es war Zeit für den Heimweg.

Klaus Flemming