Kulturstandorte unter Druck
463.000 Euro. Auf diese Summe beläuft sich die Rückzahlung vonFördermitteln, die der Bezirk Pankow für den kooperativenJugendkulturstandort Eliashof erhalten hatte. Dadurch wurde dasJahresergebnis 2009 des Bezirkes Pankow deutlich verschlechtert - dieGesamtheit aller Kosten, die die Umwandlung des Gebäudekomplexes ineine Grundschule mit sich bringt, ist damit noch nicht in vollerHöhe benannt.Schaut man nur auf diesen finanziellen Aspekt, so kommt hinzu, dassfür den Umbau zur Grundschule erhebliche Mittel eingesetzt werdenmüssen, ebenso für den Umbau der durch die Musikschule zu nutzendenGebäudeteile. Außerdem kommen sicherlich auch auf die freien Jugend-und Kultur"unternehmen" Umzugskosten zu, wenn sie überhaupt einenneuen Standort im Bezirk finden können. Das Bezirksamt hat denInitiativen einige Angebote unterbreitet, allerdings sind dieMöglichkeiten in Pankow begrenzt, schließlich mussten Immobilien ingroßem Umfang abgeben werden. So sitzen die Initiativen desEliashofes auf gepackten Koffer. Die fragile Konstruktion, die diesenkooperativen Standort prägte, lässt sich nicht so einfach verpflanzen,deshalb droht der Verlust dieser Angebote in Pankow.Als vor gut einem Jahr die Entscheidung zur Umwidmung des Eliashofesgetroffen wurde, waren diese möglichen Folgen nicht unbekannt. AlsFehler hat sich inzwischen erwiesen, das Kulturareal imThälmann-Park als Ausweichquartier zu betrachten. Nicht nur - wiedersprechen nackte Zahlen - die zur Verfügung stehenden Flächen,sondern auch der bauliche Zustand des Kulturareals machen einenWechsel über die Prenzlauer Allee unmöglich. Es sei denn, manschließt die dortigen Kultur-Einrichtungen des Bezirks. Für einenUmbau der Gebäude, der zugleich Sanierung und Verbesserung derArbeitsmöglichkeiten wäre, fehlen die Investitionsmittel. Einzigpositiver Nebenaspekt dieser Misere: Das Kulturareal imThälmann-Park und die dort Aktiven sind in das Bewusstsein allerKommunalpolitiker zurückgekehrt.
Matthias Zarbock
Bezirksverordneter