Güterbahnhof Pankow
Nach dem überraschenden Erwerb des Areals durch den Möbelhaus-Unternehmer Kurt Krieger (“Möbel Höffner”) im Dezember 2009 diskutieren die Gremien der BVV Pankow derzeit erste Vorstellungen des neuen Eigentümers zur weiteren Entwicklung des Gebietes – als solche anzusprechende Pläne existieren noch nicht. Ursprünglich firmierte das Vorhaben unter dem Titel “Neue Mitte Pankow”, inzwischen ist vom “Pankower Tor” die Rede. In ihrem Kern ist nach diesen Vorstellungen vorgesehen, an der Heinersdorfer Brücke einen Möbelmarkt und ein Einkaufzentrum von jeweils 80.000 Quadratmeter Größe zu errichten, wobei jeweils 40.000 Quadratmeter auf reine Verkaufsflächen und jeweils 40.000 Quadratmeter auf Nebenflächen entfallen sollen. Unter anderem gehören dazu auch 3.500 einzurichtende PKW-Stellplätze. Allein das Möbelhaus soll einen Einzugsbereich von bis zu 80 Kilometern in den Brandenburger Norden hinein haben. Das Möbelhaus an der Pankstraße soll geschlossen werden; dort kommen nach Angaben der Betreiber 60 bis 70 Prozent der Kunden aus dem Umland. Über den Umfang des Lieferverkehrs wurden bisher keine Aussagen gemacht. Inwiefern sich diese Vorstellungen mit dem bezirklichen Zentrenkonzept in Einklang bringen lassen, das an diesem konkrten Punkt vom Zentrenkonzept des Senates abwich, ist derzeit nicht zu sagen, denn auch dieses Konzept wird gerade überarbeitet. Für den Rest der Fläche sind die Vorstellungen eher verschwommen. Für den mittleren Teil etwa in Höhe der Neumannstraße wird wolkig von einem “Park der Ortsteile Pankows” gesprochen; für das westliche Ende des Areals ist ganz unbestimmt von öffentlichen Einrichtungen die Rede und der Aufforderung an den Bezirk, zu sagen, was man “da haben wolle”, eine Schule etwa, oder Verwaltungsgebäude, oder vielleicht eine Bibliothek, oder alles zusammen? Zur notwendigen verkehrlichen Erschließung hat bis jetzt einzig die Senatsverwaltung Vorstellungen entwickelt, die darauf hinaus laufen, am Nordrand des Geländes parallel zur Bahntrasse eine neue Straße zu bauen, die die Heinersdorfer Brücke unterquert, die Berliner Straße mit einer neuen Brücke überquert und zur Mühlenstraße geführt werden soll. Diese Pläne hat die BVV jedoch schon im Jahr 2007 mit großer Mehrheit verworfen.
Wolfram Kempe