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Rot-Rote Schulreform

Längeres gemeinsames Lernen  

Die Überwindung eines Schulsystems, das systematisch einige privilegiert und viele benachteiligt, ist in der Bundesrepublik seit Jahrzehnten erfolglos versucht worden. Und auch jetzt ist die sofortige Einführung der Gemeinschaftsschule für alle Kinder, in der alle gemeinsam lernen, politisch noch nicht durchsetzbar. Deshalb gehen wir schrittweise vor und schaffen zunächst neben dem Gymnasium die Integrierte Sekundarschule, ergänzt um Gemeinschaftsschulen. Mit der rot-roten Schulreform wird die Gliederung des Schulwesens deutlich reduziert: Es wird nicht nur die Hauptschule abgeschafft, sondern es entfällt die Aufteilung der Kinder nach Abschlussziel und damit nach Berufs- und Lebensperspektive, weil alle Schulen nach der Grundschule zu allen Abschlüssen bis hin zum Abitur führen Neben den Gemeinschaftsschulen wird es künftig nach der Grundschule nur noch das Gymnasium sowie die Integrierte Sekundarschule – die Haupt,- Real- und Gesamtschule ersetzt – geben. Diese versteht sich als Schule für Kinder aller Leistungsvoraussetzungen. Sie führt zu allen Schulabschlüssen, zentrale Prüfungen sichern die Gleichwertigkeit der Abschlüsse. Anstatt Kinder in Schubladen zu sortieren, setzt sie auf gemeinsames Lernen und individuelle Förderung. Sie bietet Ganztagsförderung und Möglichkeiten des praktischen Lernens. Die Integrierten Sekundarschulen werden im Vergleich zu den Gymnasien besser ausgestattet sein und das Abitur - wie bislang - nach 13 anbieten. Das alles und vor allem die Gewissheit, dass den Kindern bis zur zehnten Klasse alle Möglichkeiten offen stehen, kann sie zu einer attraktiven Alternative zum Gymnasium machen. Darüber hinaus weiten wir die Gemeinschaftsschulen aus. Sie sind Beispiel, Ziel und Motor der Reform. Indem wir sie fördern, bieten wir denen, die es wollen – und das werden immer mehr – den direkten Weg zum gemeinsamen Lernen von der Einschulung bis zum Schulabschluss. Sie sind das lebende Beispiel dafür, dass wir nicht im Zwischenschritt stecken bleiben.

Steffen Zillich
Mitglied des Abgeordnetenhauses