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Zweite Gemeinschaftsschule  

Es war ein Umweg bis zum Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte Dezember 2009. Am Ende stand der Auftrag an den Bezirk, ein räumliches und finanzielles Gesamtkonzept für eine zweite Gemeinschaftsschule in Pankow zu entwickeln, die an der Tesla-Oberschule in der Rudi-Arndt-Straße im Prenzlauer Berg entstehen soll. Die BVV begann damit, dass die SPD-Fraktion im September einen Antrag einbrachte, der den Neubau einer vierzügigen Gemeinschaftsschule auf der Werneuchener Wiese am Volkspark Friedrichshain zum Inhalt hatte. Diese Grünfläche wurde damit nicht zum ersten Mal für ein Bauprojekt von der SPD ins Spiel gebracht. Hauptargument der SPD war vor allem die Möglichkeit der flexiblen Nutzung eines Schulneubaus. Auf der Wiese schien der Platz dafür. Zur gleichen Zeit beschloss die Schulkonferenz der unweit der Werneuchener Wiese gelegenen Tesla-Oberschule die seit langem geplante Teilnahme an der Pilotphase Gemeinschaftsschule. Da die Linksfraktion die Anmeldung der Tesla-Oberschule als Gemeinschaftsschule begrüßt hatte und sich überhaupt gegen die bauliche Erschließung der Werneuchener Wiese ausspricht, haben wir im Schulausschuss Mitte Oktober einen Änderungsantrag zur SPD eingebracht. Er enthielt die Forderung, erst dann einen weiteren Gemeinschaftsschulstandort zu planen, wenn der Antrag der Tesla-Oberschule abgelehnt werden sollte und dass die Werneuchener Wiese keinesfalls für etwaige Planungen in Frage kommt. Gegen die Planungen der Tesla-Oberschule sprachen aus Sicht der SPD vor allem die räumlichen Voraussetzungen, der Sanierungsaufwand sowie die Umsetzung während des Schulbetriebs. In einer regen Debatte über Kapazitätserweiterungen, Kosten der Altbausanierung versus eines Schulneubaus und den Erhalt der Grünfläche wurde der Änderungsantrag gegen die Stimmen der SPD beschlossen. Am Ende verließen eine verärgerte Schulstadträtin, überraschte SPD-Verordnete, die mit diesem Ausgang offenbar nicht gerechnet hatten, und erfreute Fraktionsmitglieder der LINKEN die Sitzung. Mittlerweile hat die SPD eingelenkt und gemeinsam mit der LINKEN sowie Bündnis 90/DIE GRÜNEN unter dem Motto „Jetzt die neue Gemeinschaftsschule - Tesla Oberschule auch baulich weiter voranbringen!“ beantragt, die Erstellung eines Gesamtkonzeptes für die Gemeinschaftsschule zu entwickeln und zu prüfen, wie die Investitionsmittel aufgebracht werden können. Die BVV hat diesen Antrag beschlossen und so steht der zweiten Gemeinschaftsschule hoffentlich nichts mehr im Wege.

Katja Seidel
Bezirksverordnete