Schuldnerberatung sichern
In Berlin sind nach Aussage der Schuldner- und Insolvenzberatung des Caritasverbandes mehr als 12 Prozent aller Haushalte überschuldet. Eine kostenlose Schuldner- und Insolvenzberatung bietet die Caritas den Betroffenen auch in unserem Bezirk in der Schönhauser Allee 141 an. Dabei hilft sie ihnen, ihre finanzielle Lage zu überblicken, rechtliche Zusammenhänge besser zu verstehen und ihre Schulden zu regulieren. Dabei ist die Nachfrage nach Beratung höher, als sie befriedigt werden kann. Die Anzahl der Klienten ist im Vergleich zu vergangenen Jahren nachweislich gestiegen. Die CDU- Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow (BVV) verweist jedoch auf Zahlen des Statistischen Landesamtes, wonach sich die Anzahl der Verschuldeten verringert habe. Aus ihrer Sicht eine treffliche Bestätigung für die Kürzung der Fördermittel der Schuldnerberatung Pankow in den nächsten Jahren. Tatsächlich wurden die Zuschüsse im Pankower Haushalt 2010/2011 auch um 90.000 Euro gekürzt. Auf Nachfrage begründete dies die Sozialstadträtin (SPD) mit der prekären Haushaltssituation des Bezirks, „der nicht in der Lage sei, die Mittelzuweisung des Senates, um diese Summe aufzustocken“. Die Nachfragen der Linksfraktion in der BVV ergaben zudem, dass dies einer Reduzierung um 22 Prozent und damit einem Abbau von drei Vollzeitberaterstellen entspricht. Akut gefährdet sind die Beratung im JobCenter, die Jugendschuldner- und die Kurzberatungen für Ratsuchende. Auch die Präventionsarbeit an Schulen und Ausbildungseinrichtungen wird eingestellt. Ein Termin für eine feste Beratung ist dann in Pankow mit einer Wartezeit von bis zu acht Monaten verbunden. Das war der Linksfraktion Anlass für einen Dringlichkeitsantrag in der BVV: „Das Bezirksamt soll sich beim Senat für eine am Bedarf orientierte Finanzausstattung für die zusätzlichen Aufgaben einsetzen“. Der Antrag wurde inzwischen mehrheitlich vom Sozial- und Finanzausschuss beschlossen. Ein weiterer Antrag unserer Fraktion “ersuchte das Bezirksamt, alles zu unternehmen, um die Arbeit der Schuldnerberatung im bisherigen Umfang für die Jahre 2010 und 2011 zu sichern.“ Er wurde von der BVV beschlossen und das Sozialamt prüft gegenwärtig die Möglichkeiten der Umsetzung. Wir werden diesen Vorgang im Interesse der rat- und hilfesuchenden Bürger Pankows aufmerksam und kritisch begleiten.
Eveline Lämmer
Bezirksverordnete