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Prophetische Neujahrsbotschaft

„Manches wird im neuen Jahr erst noch schwieriger, bevor es wieder besser werden kann.“, so Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsbotschaft. Es ist also ein Glück für die Berliner Straßen und für die Autofahrer, dass an sehr vielen Stellen im Jahr 2010 Straßenerneuerungen durchgeführt werden sollen. Basis dafür sind die finanziellen Mittel, die der Bund zur Verfügung stellt, um die Auswirkungen der Krise für das Bauwesen zu mindern. Leider birgt es auch einen Pferdefuß. Mit Straßenbauten sind Straßensperrungen verbunden. Straßensperrungen bedeuten Stau und hohe Abgase. Die Lösung ist relativ einfach. Die Autofahrer steigen auf öffentliche Verkehrsmittel um. Nun hat die S-Bahn schon im alten Jahr „Land unter“ gemeldet. Es fehlen sichere Waggons. Alte Züge stehen noch auf Abstellgleisen und warten auf ihre Verschrottung. Sie sollten in der Not wieder in Dienst gestellt werden. Sie geben zwar beängstigende Geräusche von sich. Keine Angst, sie fahren schon mehr als 50 Jahre und sind immer sicher ans Ziel gekommen. Nicht nur in Berlin soll eine gravierende Neuerung zur Flugsicherheit eingeführt werden – der Einsatz der Ganzkörperscanner. Nun hat der neue Bundesinnenminister Herr de Maizière den Nachlass seines Vorgängers gefunden. In weiser Voraussicht hat der schon in geheimen Dokumenten vorgeschlagen, die Scanner in Berlin auch auf Bahnhöfen und bei Demonstrationen einzusetzen. Damit könnten die linksradikalen Störenfriede und Autobrandstifter endlich dingfest gemacht werden. Die Information, Scannerbilder auf Großleinwände zu übertragen und sie in demokratischer Breite allen Berlinern zur Einsicht zur Verfügung zu stellen, hat sich nach eingehender Prüfung als Ente erwiesen. Manche Fußballfans von Hertha BSC weigern sich, die prophetische Botschaft auf die zweite Meisterschaftsserie in der Bundesliga zu übertragen. Dann steigt Hertha ab. Die zweite Liga sei doch der Bundeshauptstadt nicht zumutbar. Aber „manches wird im neuen Jahr erst noch schwieriger“.

Klaus Flemming