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„Peter Edel“ in Verhandlung  

extraDrei sprach mit Christine Keil, Stadträtin für Jugend und Immobilien.  

Seit Januar 2008 laufen Verhandlungen über die Privatisierung des früheren Kulturhauses „Peter Edel“ in Weißensee. Wie ist der aktuelle Stand?

Nachdem das Kulturhaus im Dezember 2007 als kommunale Einrichtung geschlossen wurde, waren die Hoffnungen groß, dass es schnell zu neuem Leben kommt. Das vom Bezirk geführte Interessenbekundungsverfahren hat die „Berliner Schule für Schauspiel“ für sich entschieden. Gemeinsam mit der Gesellschaft für Stadtentwicklung ist die Schauspielschule seitdem Verhandlungspartner des Bezirksamtes für einen Erbbaurechtsvertrag. Das bedeutet den Abschluss eines langfristigen Vertrages, bei dem die Schule gegen die Zahlung eines Entgeltes das bezirkliche Grundstück bebauen darf. Die Vertragsverhandlungen laufen noch. Jeder, der das Haus kennt, kann sich vorstellen, dass der erhebliche Sanierungsaufwand ein Hauptgrund für die langwierigen Verhandlungen ist. Ich habe das allergrößte Interesse, endlich zum Vertragsabschluss zu kommen.  

In den vergangenen Wochen demonstrierten Künstler für eine Zwischennutzung des Gebäudes.

Mit Aufgabe des kommunalen Kulturbetriebes sind schrittweise alle Nutzer ausgezogen. Im Jahr 2008 und im ersten Halbjahr 2009 gab es einzelne Veranstaltungen, insbesondere der Schauspielschule oder der Tanzwerkstatt „No Limit“. Eine weitere Zwischennutzung ist nicht vorgesehen. Mit Schließung des Kulturhauses wurden Personal und Haushaltsmittel eingespart, so dass jetzt keine Möglichkeiten mehr da sind, einen Betrieb zu organisieren. Selbst bei Vermietung des Hauses bleibt die Verantwortung für das Gebäude insgesamt im Bezirksamt und ein Vertrag müsste verhandelt werden. Dazu gibt es aber keinen Auftrag.  

Wird künftig auch Kiezkultur möglich sein?

Hier kann ich nur aus dem eingereichten Nutzungskonzept der „Berliner Schule für Schauspiel“ zitieren. Neben Ausbildung, Studiobühne, Berufsorientierung und Berufspraktika soll es auch einen Veranstaltungsbetrieb geben, der traditionelle Reihen wie Jazz und Tanzrevuen weiterführt. Die Schule für Schauspiel bietet an, mit kulturellen Akteuren aus Weißensee konzeptionell zusammenzuarbeiten. Die Schule für Schauspiel wird zur Belebung des Weißenseer Zentrums und zur kulturellen Bereicherung beitragen, da bin ich ganz sicher.

Interview: Renate Tepper