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7. September 2017 Pankow

Podiumsdiskussion im Haus der Sinne

Schräg geht gar nicht


Es war voll am vergangenen Dienstag im Haus der Sinne in der Ystader Straße. Knapp 100 Menschen drängten sich auf Einladung des Bürgervereins Gleimviertel e.V. im Raum um den lokalen Kandidaten für die Bundestagswahlen auf den Zahn zu fühlen. Von Politikverdrossenheit keine Spur. Das Podium war an Vielfalt kaum zu überbieten, lediglich der SPD-Vertreter fehlte und fand in seiner großen Partei im Vorfeld offenbar auch niemanden, der ihn vertrat.

Die souverän agierende Moderatorin Jana Göbel vom rbb achtete bei den Themen wie Bildung, Mieten, Sozialpolitik oder auch Kultur konsequent darauf, dass jeder angemessen zu Wort kam. Das Publikum konnte im zweiten Teil der Veranstaltung eigene Fragen stellen. Stefan fand immer klare Antworten, blieb keine Replik schuldig, teilte einmal den Standpunkt des CDU-Kandidaten Gottfried Ludewig und war sich auch nicht zu schade zu gestehen, dass er bei einer Publikumsfrage zu baurechtlichen Abstandsflächen im Rahmen der Berliner Musterbauordnung passen muss. Diese Ehrlichkeit statt wolkiger Floskeln wurde honoriert.

Nicht ohne einen gewissen Charme war auch die Sitzordnung im Podium. Unvermittelt fanden sich der AfD-Vertreter und seine Konkurrentin von der Satireformation DIE PARTEI Seit an Seit wieder.

Beide lieferten sich schon bald einen Wettbewerb der Tiefschläge. Während der Rechtsaußen knapp konstatierte, dass Stickoxide für den Menschen eigentlich überhaupt nicht schädlich seien, stolperte die Satirikerin noch eine Kellerstufe tiefer, als sie auf die Frage zur Umverteilung von Vermögen beschied, den hundert Reichsten im Lande kurzerhand die Köpfe abzuhauen. Das geneigte Publikum stand nun vor der Wahl, die Expertise der AfD oder das völlig verunglückte Satirestatement zum schrägsten Witz des Abends zu küren. Die Präferenzen schienen ausgeglichen.

 

team.liebich