Anlässlich einer dpa-Umfrage über den wirksamen Schutz vor Diebstahl in Bibliotheken erklärt Matthias Zarbock, kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion Pankow:
Im Kampf gegen den Diebstahl in Bibliotheken soll die Radio Frequency Identification (RFID)-Technologie in Berlin zum Einsatz kommen, wünschen sich Bibliothekare laut einer Umfrage. Dabei ist diese Technologie der Funkfrequenzerkennung ebenso problematisch, was den Datenschutz betrifft, wie für diese Aufgabe ungeeignet. Die Erfahrungen an den Bibliotheken, wo RFID bereits im Einsatz ist, zeigen, dass es mit krimineller Energie und dem entsprechenden Willen immer gelingen wird, einen RFID-Diebstahlsschutz zu überwinden. RFID bringt stattdessen erhebliche Risiken mit sich – etwa wenn unbemerkt und illegal die Chips in den Büchern der Bibliotheksnutzer ausgelesen werden.
Seit einiger Zeit betreibt der Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) offensiv die Einführung von RFID in den Öffentlichen Bibliotheken Berlins. Die Vorbereitungen laufen ohne eine Beteiligung der Öffentlichkeit, der Politik oder auch nur der zuständigen Haushälter im Land Berlin und in den Bezirken. Dabei wurde deutlich, dass sämtliche Mängel und Risiken ignoriert werden, um ein einziges Ziel zu erreichen: Strukturelle Personaleinsparung an den Bibliotheken.