"Spekulieren Sie doch mal ein wenig", fordert die junge, adrette TV-Moderatorin eines Nachrichten-Senders den Korrespondenten in Oslo unverblümt auf, nachdem der zuvor ihre Frage nach kursierenden Spekulationen nicht bereitwillig beantwortet hatte. So ähnlich muss es kurz vor Redaktionsschluss bei den sogenannten Journalisten der Springer-Presse zugegangen sein. Eines aber war klar: Norwegen, das liegt in Europa! Und so ist es ihnen gelungen, für die lausige Berichterstattung über diese rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten einen Unterton zu finden, der das Problem als eines aufruft, dass von außen kommt: Der Terror kommt zurück nach Europa, so der Tenor - bevor dem Einzeltäter online bescheinigt wird: "Smart, blond, Rassist". Die Harmlosigkeit - so ist zu fürchten - wird die Boulevard-Presse noch vortäuschen, wenn sie durch ihre permanente Hetze die Gesellschaft vollends gespalten hat. Dann allerdings muss man sich entscheiden: Verdient man das Geld mit Lesern wie Anders Behring Breivik oder verabschiedet man sich von der anti-demokratischen und fremdenfeindlichen Stimmungsmache.