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1. Mai 2010

Sitzen ist Nebensache

Am 1. Mai 2010 in Pankow: Zehntausend Bürgerinnen und Bürger protestieren gegen einen Aufzug von Nazis, der Demonstrationszug der Nazis wird stark verkürzt, die Nazis ziehen bedröppelt ab. Dass die Nazis sich nicht einigen konnten, in der angekündigten Zahl zu erscheinen, dass sie – wie man so sagt – nicht erfolgreich mobilisieren konnten, ist vielleicht eine Nachwirkung der Proteste anlässlich der Nazi-Demo in Dresden. Ein großer Erfolg für Berlin ist, dass so viele – aus dem antifaschistischen Spektrum und der Mitte der Gesellschaft, was das selbe sein sollte – gegen den Aufmarsch in ihrem Kiez protestierten. Tage später ist allerdings nur noch von einem Ereignis die Rede, von dem die Tausenden außerhalb der Polizeiabsperrung erst in den Medien erfuhren. Schade eigentlich, dass der Wert einer Debatte darüber, was ein Bundestagsvizepräsident darf oder nicht tun sollte, kaum Rückschlüsse für die breite Mehrheit derer zulässt, die sich mit Zivilcourage, Phantasie und ihren Körpern den Anhängern einer menschenverachtenden Ideologie entgegen stellen. Diese Verschiebung des Fokus in den Medien schmälert aber nicht unseren Erfolg am 1. Mai.