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25.01.2017

Städtebaulicher Rahmenplan für den Ortskern Heinersdorf

Ds. VIII-0078

Gemeinsamer Antrag der Linksfraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und SPD


Die BVV möge beschließen:

Das Bezirksamt Pankow wird ersucht, 

bis Ende des Jahres 2017 einen städtebaulichen Rahmen-plan für den Ortskern Heinersdorf zu erstellen.

Ziele für den städtebaulichen Rahmenplan für die in der Anlage 1 dargestellte Gebietsabgrenzung innerhalb des Ortsteils Heinersdorf sind 

  • die Herausbildung eines attraktiven Zentrumsbereichs mit hoher Aufenthaltsqualität,
  • die städtebauliche Neugestaltung, unterlegt mit konkreten Vorschlägen,
  • die umfassende verkehrliche Beruhigung,
  • der Aufbau intelligenter, vernetzter (Verkehrs-)Infrastrukturen und
  • die Ermöglichung zentrumstypischer Nutzungen.

Bei der Umgestaltung des öffentlichen Straßenraums liegt das Hauptaugenmerk auf dem Umweltverbund. Deshalb soll eine barrierefreie Umgestaltung – insbesondere der vorhandenen und neu anzulegenden Haltestellen des ÖPNV – ebenso vorgesehen werden wie die Herausbildung eines Netzes von durchgängigen Radverkehrsanlagen. Für die Erstellung sind die Planungen für die Straßenbahnverbindung zwischen dem S- und U-Bahnhof Pankow und Weißensee über Heinersdorf und die Realisierung der Netzelemente N1, N2 und N4e der Verkehrslösung Heinersdorf zu berücksichtigen.

Mit dem städtebaulichen Rahmenplan sollen die städtebaulichen Missstände und Handlungsbedarfe erfasst werden. Für diese sollen konkrete und flurstückscharfe Vorschläge für deren Behebung unterbreitet werden, um eine ganzheitliche, an öffentlichen und städtebaulichen Belangen orientierte Entwicklung des Ortskerns Heinersdorf zu ermöglichen.

Die Erstellung des städtebaulichen Rahmenplans soll von einem Werkstattverfahren be-gleitet werden, an dem VertreterInnen der BürgerInnen, der BVV, des Bezirksamtes und des Senats sowie der BVG teilnehmen. Dafür sind sechs Werkstatttermine vorzusehen. Darüber hinaus sind die BewohnerInnen in einem mit der BVV abzustimmenden Prozess zu informieren, um deren kontinuierliche Mitwirkung zu ermöglichen.

BEGRÜNDUNG:

Der Ortsteil Heinersdorf weist seit Jahren städtebauliche Missstände auf und wird durch einen starken Durchgangsverkehr geprägt. Die Nutzungen im Ortskern entsprechen nicht seiner ursprünglichen Bedeutung. Im Gegenteil: die derzeitigen Nutzungen und der hohe Verkehr(-slärm) verhindern eine positive Entwicklung des Zentrums. Damit liegen erhebliche Entwicklungshemmnisse vor, für die es bisher keine adäquaten Lösungsvorschläge gab. Gleichzeitig ist auch im Ortsteil Heinersdorf ein deutlicher Bevölkerungsaufwuchs festzustellen. Neben größeren Vorhaben von BBG und Gesobau werden zahlreiche Einfamilienhäuser errichtet. Dadurch verändern sich die städtebaulichen Rahmenbedingungen. Drastische Veränderungen zeichnen sich durch die mögliche Bebauung des Rangierbahnhofs Pankow sowie die Planungen im Gewerbegebiet Heinersdorf ab. Sie werden erhebliche Auswirkungen auf den Ortsteil haben, und das vor allem in verkehrlicher Hinsicht. Deshalb soll für die Korridore

  • Am Wasserturm/Figarostraße, 
  • Frithjofstraße, 
  • Idunastraße/Neukirchstraße, 
  • Straße 30 und
  • Wischbergeweg

definiert werden, wie eine Verkehrsberuhigung erfolgen, eine Strategie zur Vermeidung von Schleichverkehren umgesetzt sowie ein dezentrales Radwegenetz durch Nebenstraßen aufgebaut werden kann, auch wenn diese sich teilweise außerhalb des städtebaulichen Rahmenplans befinden.

 

Bei der städtebaulichen Gestaltung steht der unmittelbare Ortskern im Fokus der Betrachtung. Die konsequente Umgestaltung der versetzten Kreuzung Romain-Rolland-Straße mit der Blankenburger Straße/Tino-Schwierzina-Straße hat dabei eine Schlüsselfunktion. Hier soll eine umfassende Beruhigung und die barrierefreie Umgestaltung unter Integration neuer Verkehrsanlagen für die Straßenbahn und den Radverkehr erfolgen, während die Anteile für den Motorisierten Individualverkehr auf die Bedarfe der örtlichen Ziel- und Quellverkehre reduziert werden soll, so dass ein zentraler Platz angelegt werden kann.

Neben dem zentralen Ortskern sind größere Brach- und Freiflächen sowie weitere städtebauliche oder verkehrliche Missstände vorhanden, für die geeignete Nutzungen und städtebaulichen Lösungen zu finden sind. Dazu zählen die

  • Erarbeitung eines Planungsrahmens für die ehemalige Gärtnerei zwischen Hödurstraße und Blankenburger Straße, der zügig eine Erschließung und Bebaubarkeit der Fläche im Sinne der für den Ortskern definierten Ziele ermöglicht
  • Entwicklung der brachliegenden Grundstücke im Bereich Romain-Rolland-Straße/Tino-Schwierzina-Straße gemäß der für den Ortskern definierten Ziele
  • Reduzierung der Beeinträchtigung der angrenzenden Gebiete durch die Netzelemente N2 und N4e als Entlastungsstraßen für den Ortskern 
  • Herstellung einer harmonischeren städtebaulichen Beziehung zwischen neustruktu-riertem Ortskern und dem Bereich um Kaufland sowie Einbindung in die umliegenden Wohngebiete
  • bessere Erschließung von Wegen durch Kleingartenanlagen für den dezentralen Fuß- und Radverkehr
  • Qualifizierung des sogenannte Kastanienwäldchen an der Tino-Schwierzina-Straße als zentrale öffentliche Grünanlage für Heinersdorf

 

Anlage 1: Gebietsumgrenzung für den städtebaulichen Rahmenplan Ortskern Heinersdorf